Leichtigkeit mit Tiefgang: KALK&KEGEL bringt die Top-Somms ins Kamptal

Wie viel Power steckt in leichten Weinen? Bei unserem Bootcamp im Kamptal wurde dieser Frage aus unterschiedlichen Perspektiven nachgegangen.
30 Top-Somms aus ganz Österreich waren mit dabei! Unter anderem Oskar Konrad (Silvio Nickol Gourmet Restaurant, 5 Hauben, 2 Sterne), Andrea Hofmann (Zimmerl, 4 Hauben, 1 Stern), Sascha Blümel (Taubenkobel, 4 Hauben, 2 Sterne), Markus Röster (Das Marent, 4 Hauben, 1 Stern), Sebastian Gabriel (Pramerl & the Wolf, 4 Hauben, 1 Stern), Magdalena Gold und Paul Piaty (Rau, 4 Hauben, 1 Stern), Sophie Cussigh (Triad, 3 Hauben), Annemarie Foidl (Sommelier Union Austria Präsidentin, Angerer Alm), Norbert Heneis (Landgasthaus Böhm, 2 Hauben), Timon Ömer (Zur Palme, 4 Hauben), Dominik Köppl-Pongracic (Puchegger-Wirt, 2 Hauben, Bib Gourmand), Hannes Pretz (Krainer, 4 Hauben, Grüner Stern), Marcel Wurzer (Vinzenz Pauli, 2 Hauben) und viele mehr.

Leichtigkeit war das große Thema des Tages – und bekam angesichts des aktuellen Jahrgangs gleich zu Beginn eine zusätzliche Dimension. „2026 ist ein sehr trockenes und herausforderndes Jahr. Jetzt kommt es auf das richtige Timing im Weingarten an, um den idealen Lesezeitpunkt zu bestimmen und trotz aller Widrigkeiten die typische Kamptaler Stilistik zu erzielen“, erklärte Alwin Jurtschitsch (Weingut Jurtschitsch) einleitend. Denn leichtfüßige, präzise Weine entstehen nicht einfach durch weniger Alkohol. Entscheidend ist, wie Reife, Säure, Frische und Herkunft zusammenspielen.

Los ging es im Golfclub Lengenfeld. Zwischen Driving Range und Putting Green wurde No & Low in großer Bandbreite verkostet, vom Verjus und anderen alkoholfreien Getränken auf Traubenbasis bis zu Stillweinen und Pet-Nats mit maximal 12 Vol.%. Die zentrale Frage dabei: Wie viel Charakter und Spannung bleiben, wenn Alkohol bewusst in den Hintergrund rückt? Und welche dieser Alternativen funktionieren auch dort, wo Sommelièren und Sommeliers sie am Ende brauchen – beim Gast? Danach ging es raus in die Rieden zur Aussichtsplattform Spiegel in Gobelsburg. Mit Lagenweinen bis 12,5 Vol.% im Glas und Blick über die Region wurde Leichtigkeit noch einmal aus einer anderen Perspektive diskutiert.

Zum Abschluss rückte eine Disziplin in den Fokus, in der sich das Kamptal längst einen Namen gemacht hat: Sekt. In einer Masterclass mit Alwin Jurtschitsch und Andreas Wickhoff MW (Weingut Bründlmayer) in der Steininger Loisium Weinwelt wurden Sekt Austria Reserve und Große Reserve verkostet und über die jeweiligen Grundweine diskutiert. Dabei ging es nicht nur um Rebsorten, Dosage und Reifezeit, sondern auch um die Bedingungen des aktuellen Jahrgangs. „Jahre wie dieses sind nicht die großen Sektgrundweinjahre, das muss man klar sagen“, so Wickhoff. Gute Voraussetzungen sieht er vor allem dort, wo die Reben auf reichhaltigeren Böden, allen voran Löss, stehen und bewässert werden können.

Entscheidend für die Entwicklung des Kamptaler Sekts ist für Wickhoff aber ohnehin etwas anderes: die Herkunft. „Der Tenor ist unisono, das Kamptal so abzubilden, wie es ist. Genau damit ist das Kamptal auch als Sekthochburg bekannt geworden.“ Zusätzliche Aktualität bekommt das Thema durch die neuen gesetzlichen Vorgaben für Sekt Austria: Da „Österreich“ nach EU-Recht als einzelne geschützte Ursprungsbezeichnung geografisch zu groß ist, wird die Herkunft künftig auf Bundeslandebene ausgewiesen – etwa als Sekt Austria Niederösterreich g.U.. Und noch ein Detail gab Wickhoff den Somms mit: das Degorgierdatum. „Ich sehe es immer öfter auf Weinkarten. Nach dem Degorgieren dauert es sechs Monate bis ein Jahr, bis sich Rohsekt und Dosagelikör harmonisch verbunden haben. Das Datum ist für mich daher ein Qualitätsmerkmal.“

Am Ende hatte „Leichtigkeit“ jedenfalls deutlich mehr Facetten als nur eine Zahl vor dem Prozentzeichen. Vom alkoholfreien Verjus über schlanke Stillweine bis zur Großen Reserve zeigte das Kamptal, dass weniger Gewicht nicht weniger Anspruch bedeuten muss. Oder anders gesagt: leicht im Glas kann ziemlich viel Arbeit dahinter bedeuten.

Diese Kamptal-Weingüter waren beim Bootcamp mit dabei: Weingut Allram, Martin & Anna Arndorfer, Weingut Bründlmayer, Weingut Gerhard Deim, Weingut Fuchs & Hase, Bio-Weingut gruber43, Hager Matthias & die Weinbeisserei, Weingut Johannes Haimerl, Weingut Robert Herbst, Weingut Hiedler, Weingut Hirsch, Christina Hugl Sekt & Pet-Nat, Weingut Jurtschitsch, Weingut Fred Loimer, Weingut Fichtenbauer-Mold, Nibiru Wine, Weingut Rabl, Weingut Rosner, WeinSchach, Weingut Schloss Gobelsburg, Weingut Andreas Schmid, Weingut Schreibeis, Weingut Steininger, Weinkellerei Toifl und Weingut Johann Topf.

Fotogalerie:
Copyright: Phil Lihotzky













































































