90 Prozent zertifiziert: Leithaberg prescht bei Nachhaltigkeit an die Spitze

Der Leithaberg-Weg in die Zukunft ist nachhaltig. Was das im Weingarten, im Keller und im Glas konkret heißt, haben sich Top-Somms aus ganz Österreich vor Ort angesehen.
Mehr als 30 Top-Somms aus ganz Österreich waren mit dabei! U.a. Andrea Hofmann (Zimmerl, 4 Hauben, 1 Stern), Sascha Blümel (Taubenkobel, 4 Hauben, 2 Sterne), Sophie Pesendorfer (Weitmoser Schlössl, 2 Hauben, Grüner Stern), Markus Rössler (Das Marent, 4 Hauben, 1 Stern), Norbert Heneis (Landgasthaus Böhm, 2 Hauben), Anita Csenar (Edelweiß Großarl, 2 Hauben, 2 Michelin Keys), Timon Ömer (Zur Palme, 4 Hauben), Gregor Imhof (Schatz Imhof), Boris Schäfer (Amrai Suites), Rudi Wrany (Weinrudi) und viele mehr.
„Der Weingarten ist nicht nur ein Ort, an dem Trauben wachsen, sondern ein Platz, an dem man sich wohlfühlt und Energie tanken kann. Dazu braucht es aber Diversität“, fasst Winzer und Leithaberg DAC-Obmann Johannes Nehrer (Weingut Nehrer) die Haltung im Gebiet zusammen. 90 Prozent der Betriebe sind bereits nachhaltig, biologisch oder biodynamisch zertifiziert. Dass liegt nicht zuletzt an den natürlichen Voraussetzungen. „Wir sind kein Hochertragsgebiet. Der karge Boden begrenzt die Erträge. Dass ist einerseits ein Vorteil, weil die Weine dadurch Tiefe, Präzision und mineralische Spannung bekommen. Andererseits müssen wir gewisse Maßnahmen setzen, um das Wasser im Weinberg zu halten, etwa durch vielfältige Begrünungen.“ Die diverse Landschaft am Leithaberg wird von den Winzer:innen erhalten und gefördert: (Obst-)Bäume in den Weingärten, Hecken, Sträucher und Wälder sind in der Region keine Ausnahme, sondern selbstverständlicher Teil des Systems. Nehrer: „Allein unser Betrieb hat in den letzten drei Jahren 170 Bäume gepflanzt; das Thema zieht sich aber generell wie ein roter Faden durch das Gebiet.“

Verkostet wurden über 60 gebietstypische Weine – von Chardonnay über Weißburgunder und Neuburger bis hin zu Blaufränkisch: im historischen Weingut von Birgit Braunstein in Purbach, inmitten der berühmten Ried Marienthal in Oggau und am höchsten Punkt des Leithabergs, in der Ried Pirichen in Oslip, sowie während dem Lunch bei Spitzenkoch Peter Zinter im Zum Gogosch am Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen und beim Abschluss am Weingut Nehrer in Eisenstadt, bei dem die Winzerinnen und Winzer mit einem Best-of aus ihren Weinkellern aufwarteten.

Dabei wurde deutlich, dass es trotz unterschiedlicher Handschriften und Zugänge einen gemeinsamen Nenner geben kann: nämlich den Anspruch, das, was den Leithaberg ausmacht, möglichst unverfälscht ins Glas zu bringen. „Nachhaltigkeit ist bei uns kein Trendthema. Wir leben das seit 20 Jahren. Unser Ziel ist es, Herkunft, Klima und Lebendigkeit in den Weinen abzubilden“, erklärt Birgit Braunstein (Familienweingut Braunstein). „Bio wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit“, sagt Georg Prieler (Weingut Prieler). Die klimatischen Bedingungen spielen dabei eine zentrale Rolle: „Der Wind trocknet die Weingärten schnell ab, Krankheiten wie Peronospora sind bei uns kaum Thema. Wenn man gewissenhaft arbeitet, ist der Leithaberg wie gemacht für biologische Bewirtschaftung.“

Gleichzeitig ist es der Zusammenhalt innerhalb der Region, der Entwicklungen beschleunigt. „Die Winzerinnen und Winzer am Leithaberg arbeiten eng zusammen“, so Sebastian Siess (Weingut MAD). „Gerade bei Themen wie Nachhaltigkeit gibt es viel Austausch und Unterstützung.“ Dieses gemeinsame Verständnis von Herkunft zeigt sich auch darin, wie konsequent neue Betriebe den eingeschlagenen Weg weiterführen. „Für uns war klar, dass wir biologisch arbeiten“, erzählt Marion Vera Forster (Weingut Fisch & Vogel). „Wenn man als junges Weingut auf nichts anderem fußt, als auf dem Boden, muss man genau dort ansetzen. Mittlerweile befinden wir uns in Umstellung auf Demeter.“

Diese Leithaberg-Weingüter waren beim Bootcamp mit dabei: Heike & Gernot Heinrich, Anita & Hans Nittnaus, Markus Altenburger, Birgit Braunstein, Bayer-Erbhof, Leo Sommer, MAD, Prieler, Stefan Zehetbauer, Fisch & Vogel, Feiler-Artinger, Nehrer, Erwin Tinhof, Esterhazy, Remushof Jagschitz und Wagentristl.


Fotogalerie:
Copyright: Michael Kink
























































































































































































































































