Herkunft, Boden, Sortentypizität – hier verspielt Österreich eine Chance

Bootcamp by Pannobile “Herkunft, Boden & Sortentypizität”: Internationale Spitzenqualität (oft) am Weingesetz vorbei

Volles Haus beim KALK&KEGEL Bootcamp zum Thema Herkunft, Boden und Sortentypizität in der Labstelle in Wien. Mit dabei knapp 50 Sommeliers aus den besten Häusern aus Österreich und Deutschland. Darunter auch TIAN-Sommelier André Drechsel. Für KALK&KEGEL schreibt er hier über die Schwierigkeit der Begriffe und warum Österreich als Weinland eine große Chance verspielt.

Als erstes Mal: Respekt! Das, was uns die Pannobile Winzerinnen und Winzer beim Bootcamp gezeigt haben, war internationale Klasse. Weine, die das Burgenland – noch mehr die Region um Gols – super repräsentieren.

Aber nun zu den sogenannten Begrifflichkeiten – der Reihe nach:

Herkunft

Ein Beispiel für Weine, die geprägt sind von ihrer Herkunft – Pannobile.

Eigentlich genau das, womit du in der Weinwelt punkten kannst. Nur: In Österreich darf der Winzer die Herkunft nur dann auf das Etikett schreiben, wenn sein Wein eine Prüfnummer bekommt. Und genau da liegt der Teufel begraben: Das österreichische Weingesetz verwehrt vor allem Natural- und biodynamischen Winzern aus den unterschiedlichsten Gründen diese Prüfnummern – zum Beispiel, wenn ein Wein nicht filtriert ist. Pannobile als Gruppe ist für Weinkenner international heute eine Weltmarke. Wenn ausgerechnet die spannendsten Weine dieser Gruppe nicht mehr auf dem Etikett stehen haben dürfen, dass sie aus dem Burgenland stammen, dann ist das vor allem eine vertane Chance für Österreich als Weinland an sich.

SORTENTYPIZITÄT

Wir müssen aufhören in Schubladen zu denken. Weine schmecken nicht typisch nach etwas. Und das ist gut so.

Sortentypizität? Ich habe ja so Schwierigkeiten mit diesem Begriff. Weil für mich gibt es schlichtweg keine Sortentypizität. Ein Welschriesling aus der Südsteiermark schmeckt anders als einer aus Gols. Wenn ein Winzer heute eine blaufränkische Traube ernten, dann ist das auch zu hundert Prozent Blaufränkisch. Ob das dann hell, dunkel, trüb oder klar ins Glas kommt, da dürfen der Kreativität des Weinbauers keine Grenzen gesetzt sein. Erst so können Weine entstehen, die fernab jeder Standardisierung sind. Bei unseren Gästen müssen wir dahingehend wohl noch etwas Informationsarbeit leisten. Viele sind standardisierte Geschmäcker gewohnt. Einfach einmal querverkosten lassen, damit kann man vieles bewegen.

BÖDEN

Beim KALK&KEGEL Bootcamp auch im Fokus: Böden. Die Pannobile Winzer haben hier den Vorteil unterschiedlichster Gegebenheiten.

Österreich ist in diesem Punkt gesegnet von der Natur. Die Pannobile-Winzer zum Beispiel bauen im kleinsten Radius ihre Weine auf unterschiedlichsten Böden an – Kalk, Lehm, Sand und Stein. Das bringt unfassbar spannende Tropfen ins Glas und ermöglicht eine Spielwiese auf der man sich austoben kann. Mineralik, Säure, Finesse – all das zeigt sich in diesen Weinen.

www.pannobile.wine