Domäne Wachau: Die Zukunft des handwerklichen Weinbaus

Mit ihrer revolutionären Vorwärtsstrategie ist die Domäne Wachau zum Gamechanger für eine gesamte Region geworden – und das dank der Power von 200 Weinhauer:innen, die sich Qualität und Nachhaltigkeit unwiderruflich an ihre Fahnen geheftet haben. Wie sie damit auch dem Klimawandel trotzen, lest ihr hier.
Von der Evolution zur Revolution! Mit der Neuausrichtung der Domäne Wachau haben die 200 Weinhauer:innen des Weinguts das tradierte Genossenschafts-Dasein endgültig hinter sich gelassen. Gelungen ist ihnen das mittels regenerativer Bewirtschaftung, Präzisions-Weingartenarbeit, präzisem Leseplan sowie einem Mikro-Vinifikations- und Verarbeitungskonzept je nach Herkunft der Trauben. Ein revolutionäres Bewirtschaftungs-Konzept, das in dieser Form weltweit einzigartig ist!

Auch innerhalb Österreichs hat die Domäne Wachau als Nachhaltigkeits- und Qualitäts-Pionier eine gewaltige Bewegung ins Rollen gebracht – mit dem Ergebnis, dass sie heute auf Augenhöhe mit den besten Weingütern des Landes steht. „Die vielen Maßnahmen der letzten zwanzig Jahre, wie Herbizid- und Insektizid-Verzicht, eigene Bodenbegrünung, biodynamisches Dauerkompost-Projekt und vieles mehr, fügen sich nun zu einem stimmigen, neuen Gesamtbild zusammen“, resümiert Domäne Wachau Weingutsleiter Roman Horvath. „Mehr noch: Wir treten den Beweis an, dass in unserem Konzept unschlagbare Vorteile stecken. Die Weinhauer:innen entwickeln mit uns ein Konzept der Zukunft – maximal handwerklich, naturnah, zeitgemäß, flexibel und enorm schlagkräftig.“
Zukunftsmodell
All diese Assets sind im Kontext des Klimawandels entscheidender denn je. Wetterextreme wie Starkregen und Hitze sind auch in der Wachau nicht von der Hand zu weisen. Die Weingartenarbeit auf den ohnehin schon schwer zu bewirtschaftenden Steilterrassen muss entsprechend angepasst werden. „Das, was vor zwanzig Jahren gelehrt wurde, und teilweise auch heute noch gelehrt wird, ist nur noch bedingt umsetzbar. Wissen ist extrem dynamisch geworden“, weiß Domäne Wachau Kellermeister Heinz Frischengruber. Mit einem umfangreichen Kommunikations- und Weiterbildungsprogramm bleiben die Weinhauer:innen am Puls der Zeit. „Wir haben mit der Domäne Wachau ein unglaubliches Wissensmanagement aufgebaut. Unsere Weinhauer:innen werden das ganze Jahr über von Pflanzenspezialisten, Bodenkundlern, Klimaforschern, Bio-Beratern und anderen Experten begleitet.“

Ein wichtiger Hebel, um dem Klimawandel zu trotzen, sei laut Frischengruber die Bio-Bewirtschaftung. Die Rebstöcke werden widerstandsfähiger, die Böden vitaler. 160 Hektar Weingärten der Domäne Wachau werden bereits biologisch bewirtschaftet – Tendenz stark steigend, auch wenn die Situation in ein paar Jahren wieder ganz anders aussehen könnte. „Was in zwanzig Jahren sein wird, können wir nicht vorhersagen, aber es wird sicherlich Anpassungen geben, denn es geht um eine ständige Weiterentwicklung. Wir müssen agil und flexibel bleiben. Das geht nur in der Kleinstrukturiertheit mit Weinhauer:innen, die entschlossen Schritt für Schritt weitergehen. Und es ist auch genau diese Kleinstrukturiertheit, die es uns als Genossenschaft in Zukunft weiterhin ermöglicht, Landwirtschaft bzw. Weinbau sozial und ethisch nachhaltig zu betreiben. Unsere Weinhauer:innen sind in der Region verankert. Die gesamte Wertschöpfung bleibt bei ihnen.“
Schlagkraft
Die Weinhauer:innen der Domäne Wachau können sich voll und ganz auf ihre Weingärten konzentrieren. Daneben gibt es ein Team aus Spezialist:innen, das die Weinhauer:innen begleitet und unterstützt und ihnen Aufgabenbereiche wie Traubenverarbeitung und Kellerarbeit, Unternehmensführung, Kommunikation, Export oder auch Social Media abnimmt und managt. „Ein Winzer muss heutzutage alles können. Das handhaben wir anders. Die Weinhauer:innen der Domäne Wachau sind erfahrene Fachkräfte in ihrem Bereich, nämlich im Weingarten. Die wichtigste Aufgabe ist es, ihre Parzellen hochspezialisiert zu pflegen, zu bearbeiten und Top-Trauben zu ernten“, erklärt Roman Horvath. Heinz Frischengruber ergänzt: „Unsere Weinhauer:innen sind Vollprofis; die Besten, die es gibt. Die machen ihre Arbeit seit Jahrzehnten mit Leib und Seele und viel Herzblut, tragen ihr Wissen über Generationen weiter und stehen tagtäglich selber im Weingarten. Daraus entsteht ein einzigartiges Feingefühl für die Natur, alleine schon aufgrund der Beobachtung.“

Das Konzept des Terroirs definiert die Domäne Wachau differenzierter. Die natürlichen Gegebenheiten in der Wachau sind einzigartig (vielfältige Geologie, spezielles Klima, Höhenlagen, etc.), aber genauso wichtig ist der sozial-gesellschaftliche und kulturelle Einfluss und Hintergrund. Wichtig sind die Menschen, deren Tun und Denken, deren Selbstverständnis und auch deren Geschichte und soziale Interaktionen beziehungsweise wie damit umgegangen wird. „Verlässt man sich zu sehr auf den Stein, die Geologie und die klimatischen Rahmenbedingungen, so läuft man Gefahr, viele andere Komponenten zu vernachlässigen“, so Heinz Frischengruber. „Es ist der Genius Loci, der uns prägt. Es geht um eine Lebenseinstellung, ein Selbstverständnis und eine Geisteshaltung in einer einzigartigen Region und darum, diese mit Stolz und gleichzeitig einer bodenständigen, natürlichen Überzeugung in das Morgen zu transferieren.“
Puristisch
Weiterentwickelt haben sich auch die Weine: Sie zeigen heute eine klare Handschrift, sind puristisch und präzise, mit Transparenz, Grip, Tiefe und Trinkfluss. Gelesen wird zu 100% per Hand – oft in mehreren Durchgängen – und individuell nach Parzelle und Weingarten. Nach dem Prinzip der Mikro-Vinifizierung entstehen Terroir-fokussierte Weine – darunter 30 Riedenweine –, die stellvertretend für einen zeitgemäßen Wachauer Weinstil stehen. „Wir sind Kartografen. Viele Wege, die wir als Domäne Wachau gehen, werden neu gegangen. Das hat es in dieser handwerklichen Art und Weise und in dieser Struktur noch nie gegeben“, erklärt Roman Horvath. Das traditionelle Handwerk sei stets vorhanden gewesen, erzählt er, es musste nur in die moderne Zeit geführt und eine präzise Prozesssteuerung aufgesetzt werden.

Ihren eingeschlagenen Weg wollen die 200 Weinhauer:innen auch in Zukunft fortsetzen. Die Bio-Bewirtschaftung wird weiter vorangetrieben. „Wir wollen aber auch einen Schritt darüber hinaus gehen“, sagt Heinz Frischengruber. „Ob man das nun biodynamisch nennt oder regenerative Bewirtschaftung: Es geht um eine ganzheitliche, holistische Sichtweise der Region, nicht eines einzelnen Betriebes. Die Weinhauer:innen der Domäne Wachau sind wie Hunderte kleine Akkupunktur-Nadeln, die Impulse in der Region setzen und so auch zu einer Veränderung in der gesamten Region beitragen. In jedem Fall wollen wir der nächsten Generation eine Landschaft, einen Boden weitergeben, der sich verbessert; wo zusätzlich etwas entsteht.“

Das größte Learning der letzten zwanzig Jahre sei, dass man nichts übers Knie brechen könne. „Du brauchst Zeit und eine Perspektive, um in der Struktur zu arbeiten. Die Wachau ist ein Mikrokosmos. Es braucht ein tiefes Verständnis. Alles muss zur richtigen Zeit kommen. Es macht keinen Sinn, Projekte anzugehen, weil Roman und ich das so haben wollen. Die Domäne Wachau gehört den 200 Weinhauer:innen. Sie müssen die Veränderung wollen. Und das tun sie; weil sie sich ihrer Verantwortung für die Region und für die nachkommenden Generationen bewusst sind.“
In Partnerschaft mit Domäne Wachau
