Toptransfer: Duhme wird neue Sommelière im ESSLOKAL

Friederike Duhme: Jetzt wird es laut am Land

Duhme: Im Februar bin ich in ein leichtes Burnout geschlittert und wollte eine Pause machen. Nadja Hudovernik

Die mehrfach ausgezeichnete Sommelière Friederike Duhme zieht es auf‘s Land. Im 4-Hauben ESSLOKAL in Hadersdorf am Kamp wird sie ab Ende Juni in progressiver Manier Staub aufwirbeln.

Als sich Friederike Duhme wie ausgemacht in deutscher Pünktlichkeit bei mir meldet, ist sie unterwegs. Sie ist am Weg ins nineOfive, um ihre letzten Aufgaben zu erledigen. Ruhig und redegewandt erzählt sie von den letzten Monaten und gibt Einblick in das, was als nächstes kommt.

Es liegen ereignisreiche Zeiten hinter dir. Wie fühlst du dich gerade?
Friederike Duhme: Das nineOfive war die dritte Restauranteröffnung in nur zweieinhalb Jahren, die ich begleiten durfte. Ich habe über lange Strecken nicht nur 120, sondern eher 180 Prozent gegeben. Im Februar bin ich in ein leichtes Burnout geschlittert und wollte eine Pause machen. Genau da hat Falstaff angeklopft, um mir zu sagen, dass sie mich zu Österreichs Sommelière des Jahres auszeichnen würden. Der Haken daran: dafür müsse ich in einer Anstellung sein. Also bin ich geblieben. Dann kam Rolling Pin mit der 50 Best Sommeliers Liste (Anm. Friederike ist auf Platz 18) und Star Wine List hat uns (Anm: nineOfive) als „Newcomer Österreich“ ausgezeichnet. Das war ein ziemlicher Rush. Vorgestern hatte ich meine letzte Schicht im nineOfive. Ich fühle mich gerade wie nach einem Festival. Eine ungewöhnliche Stille. Es war doch gerade noch so laut.

Dass ESSLOKAL wird ab Ende Juni die neue Arbeitsstätte von Friederike Duhme. Herbert Lehmann

Nun wechselst du von der Stadt auf das Land ins ESSLOKAL von Roland und Barbara Huber…
Ja, Ende Juni beginne ich dort. Das ist aus vielen Gründen eine große Freude. Ich hatte vor einiger Zeit ein gutes Gespräch am Mühltalhof mit Helmut Rachinger. Bei ein paar Gläsern Welschriesling hat er mir von seiner Philosophie erzählt und von der Ruhe geschwärmt. Das hat mir die Augen geöffnet. Ich bin selbst am Land aufgewachsen und ich sehne mich danach wieder in meine Kraft zu kommen. Ich bin davon überzeugt, dass mir das in Hadersdorf am Kamp im ESSLOKAL besonders gut gelingen wird. Ich habe das Bedürfnis mit richtig guten Menschen zusammenzuarbeiten und das trifft auf Barbara und Roland Huber absolut zu.

400 Positionen

Welche Gestaltungsmöglichkeiten erwarten dich im ESSLOKAL?
Es kommt eine ganz große Thematik auf mich zu, denn derzeit gibt es im ESSLOKAL noch keine Weinbegleitung. Barbara Huber hat ein großartiges Weinverständnis und das Haus verfügt auch jetzt schon über einen schönen Weinkeller mit rund 400 Positionen. Nun liegt es an mir eine Weinbegleitung aufzubauen und zu gestalten. Das ist eine Aufgabe, die mich sowohl sinnlich als auch intellektuell fordert.

Worauf wirst du deinen Fokus legen?
Ich muss und will mich tatsächlich in neue Gebiete einarbeiten. Bisher habe ich mich stark mit dem Burgenland und der Steiermark auseinandergesetzt und jetzt folgen natürlich auch die niederösterreichischen Weinbaugebiete. Mit meiner progressiven Stilistik habe ich bisher einen Bogen um die vermeintlich etwas konservativeren Regionen gemacht, aber das wird sich ändern. Ich bin schon jetzt in Austausch mit Sommelièren und Sommeliers sowie den Weingütern aus der Region. Es freut mich, dass ich überall mit offenen Armen aufgenommen werde.

Roland und Barbara Huber: 4 Gault&Millau Hauben und heiße Anwärter auf eine Bewertung im Guide Michelin. Herbert Lehmann

Ist die Wiedereinführung des Guide Michelin ein zusätzlicher Anreiz für deinen Wechsel nach Hadersdorf?
Für den internationalen Gourmet-Tourismus ist es jedenfalls wichtig. Für Österreich ist es die Chance sich zu finden und eine Charakterentwicklung hinzulegen. Wofür wollen wir als Österreich im internationalen Kontext stehen? Mit dem ESSLOKAL können wir eine Form von Vorbildfunktion einnehmen, denn meiner Meinung nach hat das ESSLOKAL eine der besten Küchen Österreichs. Diese Form von Understatement ist ein Statement. Wer nennt sein 4-Hauben Lokal denn ESSKLOKAL? Natürlich ist es auch für mich attraktiv auf einen Stern hinzuarbeiten und ich bin davon überzeugt, dass wir den auch bekommen können. Aber nicht mit Druck. Im Stillen und Ruhigen wirklich Gutes zu schaffen. Das ist die Art, wie Barbara und Roland Huber das ESSLOKAL führen. Das hält für mich eine große Vorbildfunktion bereit.

www.esslokal.com

0
    0
    Bestellung
    Der Warenkorb ist leer.zurück zum Shop