Glaskultur? Es gibt kein perfektes Glas!

Das hatte ich noch nie erlebt

Mit ihren naturbelassenen Weinen leisteten die Ploders Pionierarbeit. Wenn Manuel Ploder Gast in einem Restaurant ist, lernt er gerne dazu. Welche Erlebnisse ihn auf einen anderen Planeten katapultierten.

Flasche oder glasweise Begleitung?
MANUEL PLODER: Es kommt immer darauf an. Wenn die Weinbegleitung spannend ist, nehme ich die glasweise Begleitung. Sonst lieber Flasche. Da trinke ich aber nur die Hälfte, nehme sie mit nach Hause und bestelle noch einer weitere zum Essen. 


Was macht eine spannende Weinkarte aus?
MANUEL PLODER: Ich mag eine Karte, die sich auf weniger Winzer konzentriert und Jahrgangstiefe hat. Spannend ist da der Mühltalhof, die Bandbreite und Tiefe dort ist sehr groß. Ich habe dort erlebt, dass der Sommelier Weine über mehrere Monate offen hat, das habe ich bisher nicht geschafft, da durfte ich dazulernen. Bei Norbert Thaller in St. Veit/Vogau finde ich besonders, dass er eine internationale Karte mit geilsten biodynamischen Weinen hat. 

Ein Perfect Match hatte ich…?
MANUEL PLODER: …hier und da; einmal davon im Asiarestaurant Memori in Graz. Mir wurde ein weißer Thunfisch mit gerösteten Zwiebeln und einer Ponzusauce serviert. Dazu kam einen Sauvignon Blanc von Sepp Muster. Beides getrennt hat mich damals an meine Grenzen gebracht, die zwei zusammen haben mich auf einen anderen Planeten katapultiert. Das zweite Erlebnis hatte ich im Restaurant Bachler in Althofen. Zu einer Suppe von Zweierlei Paprika hat Ingrid Bachler einen Sauvignon Blanc vom Weingut Taggenbrunn eingeschenkt. Kein Wein, den ich mir normalerweise bestellen würde, jedoch in der Kombination auch wieder ein anderer Planet.

Gibt es ein perfektes Glas für Wein?
MANUEL PLODER: Nein. Die Temperatur des Weins, das Alter, wie lange ist er schon offen – die verschiedensten Faktoren verändern die Frage nach dem passenden Glas permanent. Prinzipiell arbeite ich mit Burgundergläsern für Luft, Raum und Freiheit, da bevorzugt mundgeblasen.


Lebendige Weine

Über welchen Winzer freust du dich besonders, wenn du seinen Namen in einer Weinkarte entdeckst?
MANUEL PLODER: Ich freue mich über Sebastien David, ein Kollege aus der Loire. Aus Österreich freue ich mich z.B. über Georg Schmelzer. Beide haben super lebendige Weine, die mich berühren.

Was bedeuten Weinbewertungen für dich?
MANUEL PLODER: Ich bin da sehr vorsichtig, in meinen Augen sind sie Momentaufnahmen und sehr subjektiv. Es braucht ein wahnsinniges Fingerspitzengefühl, Hut ab vor jedem, der das macht. 

Schnaps oder Kaffee zum Abschluss?
MANUEL PLODER: Lieber ein vinophiles Ende. Ich beginne gerne tiefgründig und charaktervoll, auch rot. Umso länger der Abend, desto feingliedriger und leichter werden die Weine, kann dann auch mal prickelnd enden. Bis hin zu Kombucha und Ginger Beer.

www.ploder-rosenberg.at