Pioniergeist aus Salzburg: Wie hobex seit 35 Jahren Maßstäbe im Zahlungsverkehr setzt

Bezahlen bedeutet Vertrauen: Zum Jubiläum blickt hobex auf drei Kapitel Pionierarbeit zurück – und schreibt mitten im KI-Zeitalter bereits am vierten.
Diese Geschichte beginnt mit einer mutigen Entscheidung. Anfang der neunziger Jahre zahlen heimische Betriebe für Kartenzahlungen Gebühren von bis zu 4,5 Prozent pro Transaktion – für Hotellerie und Gastronomie in Österreich eine kaum tragbare Belastung. Die Salzburger Hotellerie- und Gastronomie-Einkaufsgenossenschaft Hogast beschließt, den hohen Gebühren etwas entgegenzusetzen und gründet 1991 gemeinsam mit einem französischen Investmentfonds ein eigenes Unternehmen: die hobex GmbH. 1999 wird daraus mit dem Einstieg der Raiffeisen Bankengruppe Österreich die hobex AG. Bis heute hält die Bankengruppe rund 82 Prozent und bildet damit ein starkes Fundament für kontinuierliches Wachstum. Der Underdog von damals ist heute der letzte eigenständige österreichische Payment-Spezialist – ein Unternehmen, das in fünf Ländern aktiv ist und den Bogen von der analogen Karten-Ära bis zu automatisierten KI-Käufen spannt. Ende Juli 2026 feierte hobex sein 35-jähriges Jubiläum und trägt seine Gründungsmission in die nächste Ära: Unternehmen mit einfachem, fairem Bezahlen beim Wachsen zu helfen.
Qualitätsanbieter
1991 existieren in ganz Österreich rund 5.000 POS-Terminals. Für jede Kartentransaktion müssen Händler ein Disagio zwischen 3,5 und 4,5 Prozent an die damals marktbeherrschenden internationalen Anbieter entrichten. Für den heimischen Tourismus, in dem viele Buchungen aus Deutschland und den Niederlanden zusätzlich mit teuren Wechselkursen abgerechnet werden, sind diese Kosten kaum tragbar. hobex antwortet mit einem radikal einfachen Gegenmodell: versicherte Debitzahlungen im Lastschriftverfahren aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden – unabhängig von Tages- oder Wochenlimits und deutlich preiswerter als die etablierten Verfahren. Rund 600 Hotels zählen zu den ersten Kunden, ausgestattet werden sie von hobex mit simplen analogen Kartenlesegeräten. „Damals ging es um eine handfeste wirtschaftliche Notwendigkeit für den Tourismus“, weiß Michael Bratl, CEO der hobex AG. „Wir waren der Herausforderer im Markt, der mit besseren Konditionen und persönlichem Service angetreten ist. Dieser Pioniergeist, der Anspruch, dass es auch anders gehen muss, das prägt uns bis heute. Entstanden ist eine Erfolgsgeschichte, die damals niemand für möglich gehalten hätte.“

Der eigentliche Durchbruch gelingt den Payment-Spezialisten von hobex mit der Euro-Einführung: Binnen weniger Monate wächst die Zahl der betreuten Terminals von rund 1.500 auf 11.000, hobex sichert sich einen Marktanteil von etwa 15 Prozent und wird erstmals als eigenständiger Akteur am heimischen Markt wahrgenommen. Es folgen weitere Weichenstellungen: die europaweite Umstellung auf Chip und PIN nach dem EMV-Standard, 2011 dann der nächste Pioniermeilenstein, als hobex die Terminals für den Österreich-Start des kontaktlosen Bezahlens per NFC liefert. Ohne PIN-Eingabe verkürzt sich der Bezahlvorgang damals um rund 40 Prozent. Was als Komfortfunktion beginnt, ist heute der Standard an praktisch jeder Kasse. 2020 setzt hobex den nächsten Standard: Mit dem All-in-one-Terminal auf Androidbasis werden Bonieren, Kassieren und Belegdruck erstmals mit nur einem Gerät möglich – ein Gamechanger für die Gastronomie, dort werden Abläufe radikal vereinfacht. Längst beschränkt sich das Geschäft dabei nicht mehr auf Terminals am Point of Sale, denn eingekauft und bezahlt wird auch im Netz. hobex liefert seinen Händlern die passenden Bezahllösungen für Onlineshops gleich mit. Die Übernahme der Assets des Grazer Payment-Spezialisten Qenta Payments im Mai 2025 verschafft dem parallel aufgebauten eCommerce-Geschäft zusätzlichen Schub.
Pionierarbeit
Aus rund 200 Kartenlesegeräten der Anfangszeit sind heute rund 76.500 Terminals und 8.500 eCommerce-Anbindungen in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien und Slowenien geworden. Knapp 200 Mitarbeitende stehen für persönlichen Service und Handschlagqualität, Werte, die hobex seit den Anfängen als Differenzierungsmerkmal versteht. Viele Mitarbeitende der ersten Stunden sind bis heute an Bord. Im vergangenen Geschäftsjahr wickelte hobex ein Zahlungsvolumen von mehr als 14 Milliarden Euro ab. Zum Vergleich: 1996, fünf Jahre nach der Gründung, wurden in ganz Österreich umgerechnet rund 814 Millionen Euro mit Kartenzahlung umgesetzt. Was damals das ganze Land in einem Jahr bewegte, wickelt hobex heute in rund drei Wochen ab.

1991 das Gegenmodell zu überzogenen Kartengebühren, 2011 die NFC-Terminals für Österreichs erste kontaktlose Zahlungen, 2020 das erste All-in-one-Terminal auf Androidbasis: Dreimal hat hobex Pionierarbeit geleistet. Was aus dem vierten Kapitel wird, zeigt sich erst im Rückblick. Bratl sieht gleich mehrere technologische Umbrüche auf die Branche zukommen: Künstliche Intelligenz wird nicht nur Support-Anfragen beantworten und verdächtige Transaktionen in Echtzeit erkennen, mittelfristig wird sie selbst einkaufen. KI-Assistenten vergleichen Angebote, treffen Kaufentscheidungen und wickeln die Zahlung ab. Das klassische Terminal verliert dabei seine Sonderstellung: Bezahlen wird dort eingebaut, wo es gebraucht wird, etwa als Embedded Payment direkt in der Kassensoftware oder App, oder per SoftPOS am Smartphone des Händlers. Instant Payments machen Überweisungen in Sekunden statt Tagen möglich und mit dem Digitalen Euro und Wero entstehen erstmals europäische Bezahlstandards als Alternative zu den großen internationalen Anbietern.
Zukunft
Genau hier schließt sich der Kreis zur Gründungsgeschichte: Wie 1991 stehen heimische Betriebe einer Entwicklung gegenüber, die sie allein kaum bewältigen können: Damals waren es die Konditionen, heute sind es Tempo, Komplexität und Betrugsversuche in einer zunehmend automatisierten Bezahlwelt. Wie damals braucht es einen Partner, der an der Seite heimischer Unternehmen steht. Den Aufbruch in die KI-Ära versteht hobex deshalb nicht als Bedrohung, sondern als Fortsetzung der eigenen Mission mit neuen Mitteln.
Man kann die Geschichte von hobex als Abfolge von Technologien erzählen: Versicherte Lastschrift, NFC, All-in-one-Terminal. Man kann sie aber auch so erzählen: 1991 bekommt ein Hotelier erstmals Konditionen, die er tragen kann. 2011 hält ein Gast die Karte ans Terminal, die Schlange an der Kassa rückt spürbar schneller voran. 2020 erledigt der Service Bonieren, Kassieren und Beleg mit einem Handgriff. Drei hobex-Lösungen, ein Effekt: Unternehmen spüren, dass das bargeldlose Bezahlen ihnen dient – nicht umgekehrt. Damit das so bleibt, braucht es vor allem eines, gerade in einer Bezahlwelt, die immer schneller und komplexer wird, weiß Bratl: „Bezahlen bedeutet Vertrauen. Betrugsversuche gehören heute zur Tagesordnung, wir sorgen dafür, dass Geld dort ankommt, wo es hingehört. Und kommt es zu einer Rückbuchung, stehen wir an der Seite unserer Händler.”

hobex ist 1991 nicht angetreten, um Terminals zu verkaufen – sondern um das wirtschaftliche Wachsen von Betrieben weiter anzukurbeln: mit Technologie, die Arbeit abnimmt, und mit persönlichem Service, damit sich Unternehmen auf ihr Geschäft konzentrieren können. Dieses Selbstverständnis bleibt der Kompass für die nächsten 35 Jahre. „Es liegt in unserer DNA, technologische Umbrüche früh zu erkennen und in praktische Lösungen für unsere Kunden zu übersetzen“, betont Bratl. „Was mit einem simplen Kartenlesegerät für Hoteliers begann, wird morgen ein Ökosystem aus intelligenten Diensten, Sofortüberweisungen und automatisierten Käufen sein. Unser Antrieb ist dabei derselbe geblieben wie 1991: Wir machen Bezahlen so einfach, fair und verlässlich, dass unsere Kunden den Kopf frei haben, um weiter zu wachsen – als österreichischer Partner, der beweist, dass man mit klaren Werten und Innovationskraft im globalen Wettbewerb bestehen kann.“
