Ich lasse mich sehr gerne fordern

Jahrgangstiefe ist mir wichtig

Der südburgenländische Weinbauer Christoph Wachter legt besonders viel Herz in seine sorten- und lagenreinen Blaufränkischen. In welchem Dreisternrestaurant er das Perfect Match hatte, verrät er hier.  

Flasche oder glasweise Begleitung?
CHRISTOPH WACHTER: Es kommt darauf an, wie die Weinkarte aussieht, ob ich den Sommelier kenne, der vielleicht mich und meinen Geschmack kennt. Dann lasse ich mich gerne überraschen. Wir trinken aber auch gerne flaschenweise von der Karte.

Was erwartest du von einem Sommelier?
CHRISTOPH WACHTER: Wenn ich gewisse Erwartungen äußere, erwarte ich, dass mich der Sommelier abholt. Der Abend soll unkompliziert und mit Charme ablaufen. Man will ja Spaß haben. Gerne dürfen die Sommeliers auch alles blind bringen, ich lasse mich gerne fordern. 

Eine spannende Weinkarte hat …?
CHRISTOPH WACHTER:  … Weine, die ich liebend gerne trinke. Ein gutes Beispiel ist die Weinbank. Die große Vielfalt und die Jahrgangstiefe faszinieren mich sehr. In puncto Tiefe fällt mir auch Thomas Fassl im Restaurant Ratschen ein. Dort kann man Blaufränkisch aus der Region von Kollegen und von uns in einer großen Jahrgangstiefe kosten. In Wien sind natürlich stellvertretend für einige andere das Steirereck und das MAST zu erwähnen.  

Ein Perfect Match hatte ich…?
CHRISTOPH WACHTER: . . . im Dreisternerestaurant Vendôme. Durch die Bank eine extrem sympathische Präsentation zu einem großartigen Menü. Die Abstimmung an dem Abend hat einfach perfekt gepasst.

 

Weinbewertungen? Nicht mehr so wichtig


Über welchen Winzer freust du dich besonders, wenn du den Namen in einer Weinkarte entdeckst?
CHRISTOPH WACHTER: Wenn ich Armin Tement sehe, ist das immer eine Bank für mich. Ich freue mich vor allem, wenn die Karte etwas ältere Jahrgänge von ihm hat.

Weinbewertungen bedeuten für mich…?
CHRISTOPH WACHTER: Wenn man eine gute Wertung bekommt, freut man sich natürlich. Weinbewertungen haben aber nicht mehr die Wertigkeit wie früher. Ich glaube, unsere wichtigsten Multiplikatoren sind unabhängige Journalisten und Sommeliers, die die Arbeit des Weinbauern wertschätzen und auch transportieren können, was wir mit unseren Weinen sagen wollen.   

Schnaps oder Kaffee zum Abschluss?
CHRISTOPH WACHTER: Beides, aber es bleibt meistens nicht dabei. Danach trinke noch gerne sehr schöne, filigrane Rotweine. Gerne aus dem Burgund.

www.wachter-wiesler.at