Keine Industrie-Blender

Hans Nittnaus, besser bekannt als John, ist ein bodenständiger und natürlicher Winzer. Wie er so sind auch seine Weine. Blatt nimmt er sich nie eines vor dem Mund. Auch nicht, wenn er als Gast ein Restaurant besucht.


Nimmst du eigentlich eher Flasche oder Weinbegleitung?
HANS NITTNAUS: Je nach Stimmung. Eher Flasche, aber in Top-Häusern auch gern die Weinbegleitung

Ist dir Glaskultur wichtig?
HANS NITTNAUS: Ich bin jetzt schon Anhänger von einem guten Glas. Für jede Sorte ein anderes Glas brauch ich aber auch nicht. 

Ein Weinpairing, das dir in Erinnerung geblieben ist…?
HANS NITTNAUS: Im Restaurant Heinzle in der Wachau: Wachstum Bodenstein Riesling 2005 mit Forelle. Oder im Weingut Bouza in Uruguay: Filetsteak im hauseigenen Restaurant mit wunderbarem Tannat vom eigenen Betrieb. Die Sorte kann nämlich was. 

Eine Weinkarte, die dich besonders beeindruckt hat…?
HANS NITTNAUS: …die im Restaurant Slanted Door in San Francisco. In Österreich ist die Weinkarte vom Steirereck sehr zeitgemäß. Auch die von Filippou und aend mit viel Natural gefällt mir sehr gut. 

Nerven dich manche Sommeliers?
HANS NITTNAUS:  Nerven nicht. Aber mir ist wichtig, dass ein Top-Sommelier auf die Natürlichkeit und auf gewachsene Weine Wert legt. Ich brauche keine Industrie-Blender!


Furmint

Über die Weine welches Winzers freust du dich besonders?
HANS NITTNAUS: Über Weine von Kolleginnen und Kollegen vom Leithaberg. Und über jene der Domaine de l’Horizon. Über gute Furmints aus Ungarn freue ich mich auch. 

Die teuerste Flasche Wein, die du dir jemals geleistet hast war…?
HANS NITTNAUS: …im Bordeaux. Chateau Montrose 1990.  Den Preis habe ich verdrängt. Es war viel auf jeden Fall.

Und das beste Essen deines Lebens war…?
HANS NITTNAUS: Beim Rudi Kellner im Altwienerhof. Ein Fasan nach Escoffier-Methode. Der Fasan gewinnt dabei durch längeres Abhängen einen Hautgout, einen intensiven Geruch, der durch Beizen abgemildert wird.