Huber: Was Energieautarkie für den Weinbau bringt

Huber: Was uns die Energieautarkie für den Weinbau bringt

Markus Huber hat bereits vor der Energiekrise auf erneuerbare Energien umgestellt. Warum sich das langfristig auch auf den Weinbau auswirkt, erklärt er in seinem Kommentar.

Nachhaltigkeit hat bei uns oberste Priorität. Wir sind Weinbauern in zehnter Generation mit einem tiefen Respekt vor der Natur, die wir auch für zukünftige Generationen erhalten wollen. Vom Weinberg bis ins Weingut versuchen wir, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, die Artenvielfalt zu fördern und die lokale Gemeinschaft zu stärken. Die Umstellung auf erneuerbare Energien hat bei uns schon vor Jahren begonnen. Die Dachflächen am Weingut sind prädestiniert für eine Photovoltaik-Anlage. Zudem haben wir eine ehemalige Schottergrube gekauft und eine weitere PV-Anlage errichtet. Mit dem erzeugten Strom decken wir unseren eigenen Energiebedarf, wir verkaufen ihn aber auch an eine Energiegemeinschaft bei uns im Ort. Das Totholz aus unseren eigenen Wäldern und alte Rebstöcke nutzen wir zur Wärmegewinnung. Unser Weingut ist heute nicht nur energie-neutral, sondern energie-positiv. Damit gehören wir in Österreich zu den Vorreitern.

Teil des großen Ganzen

Die Energieautarkie hat natürlich keinen direkten Einfluss auf die Weinqualität, doch ich sehe das Thema ganzheitlich. Jede noch so kleine Maßnahme ist wertvoll, wenn sie hilft, die Klimaerwärmung zu verlangsamen. Wir alle können einen Beitrag zur Gesamtsituation leisten. Und für uns ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass jedes Licht, das wir aufdrehen, und jede Pumpe, die läuft, mittels Solarenergie betrieben wird. Klimaerwärmung und Wasserverfügbarkeit sind schon jetzt zentrale Themen im Weinbau. Höhere Temperaturen, höhere Verdunstung, Pflanzenkreisläufe im Turbo-Tempo, das alles wird vor allem jungen Anlagen ordentlich zusetzen. Die Energiewende ist ein Transformationsprozess, durch den wir alle über kurz oder lang gehen werden. Jede und jeder sollte am besten schon jetzt im Rahmen seiner Möglichkeiten damit beginnen – weil es langfristig gesehen sehr wohl auch in unsere Arbeit als Weinbäuerinnen und -bauern einzahlt.

Aufgezeichnet von Sonja Planeta

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