Terroir Sensibilität: Jurtschitsch launcht neue Heiligenstein Rieslinge

Neue Rieslinge aus den Rieden Heiligenstein Steinwand 1ÖTW und Heiligenstein Rotfels 1ÖTW

Stefanie und Alwin Jurtschitsch bauen ihre Heiligenstein-Vielfalt aus und bringen zwei Neuzugänge aus ihrer emotionalsten Riesling-Lage auf den Markt.

„Eine verwilderte Parzelle am Heiligenstein war mein erster Weingarten, den in nach meinen Jahren im Ausland gekauft habe“, erinnert sich Alwin Jurtschitsch. „Bis heute ist das mein emotionalster Fleck im Kamptal, mein Anker.“ Was als kleines Rekultivierungsprojekt begann ist heute ein zwei Hektar großes Naturschutzgebiet. Zwischen den alten Rebflächen finden sich geschützte Trockenrasen-Flächen, Hutweiden und handwerklich erbaute Trockensteinmauern mit seltener Flora und Fauna. Die Jurtschitsch Rieslinge aus der Ried Zöbinger Heiligenstein gehören schon lange zu den besten Weinen, die das Kamptal zu bieten hat. Nun setzen Alwin und seine Frau Stefanie noch eins drauf: Basierend auf der Lagenverordnung 2020 bringt das Paar mit dem Jahrgang 2021 erstmals zwei Rieslinge aus den Subrieden Heiligenstein- Steinwand 1ÖTW und Heiligenstein-Rotfels 1ÖTW auf den Markt – vorerst nur erhältlich für die Gastronomie!

Die Ried Heiligenstein-Steinwand 1ÖTW liegt auf der steilen, kargen Südwestseite des Heiligensteins. Die Reben wurzeln in über 270 Millionen Jahre altem, gelblichem Wüstensandstein mit großen Konglomerat-Einschlüssen. Der Wein wurde im Holzfass vinifiziert, ein Jahr auf der Vollhefe gelagert, danach mehrmals blankgezogen und im Mai 2023 abgefüllt. „Unser Herzensstück am Heiligenstein sind die ursprünglich kleinterrassierten Weingärten, in die noch nie ein Traktor reingefahren ist; mit Parzellen, die so steil und karg sind, dass wir sie nur von Hand und mit dem Pferd bewirtschaften können. Für uns die Idealvorstellung eines Weingartens“, schwärmt Alwin Jurtschitsch, „denn je vielfältiger ein Stück Erde ist, desto stabiler ist das Ökosystem. Das ist ein ganz simples Naturprinzip, das weltweit gültig ist.“ Die Terroir-Sensibilität, mit der Alwin heute durch seine Weingärten am Heiligenstein geht, musste er allerdings erst lernen. „Ich habe anfangs versucht, meine Ideen aus aller Welt in diesen einen kleinen Weingarten zu packen. Die Natur hat mir aber relativ schnell und unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass eine Revolution nicht so einfach in Gang zu setzen ist und eine regenerative Arbeitsweise Geduld fordert und weit mehr als drei Jahre dauern kann. Bis heute ist der Heiligenstein unser open space mit einer einzigartigen Energie, die du spürst, wenn du oben stehst. Man fühlt sich einfach wohl in diesem lebendigen Weingarten.“

Glaube ans Terroir

Einige Jahre später übernehmen Stefanie und Alwin Jurtschitsch alte Anlagen in der Ried Heiligenstein-Rotfels 1ÖTW an der südöstlichen Seite des Heiligensteins. Das Zöbinger Permgestein ist hier rötlicher und dunkler, die Konglomerat-Einschlüsse feiner, als auf der anderen Seite. „Alle reden immer über den Heiligenstein, dabei weist die Lage unterschiedliche Bodenstrukturen auf. Rotfels hat den saftigeren Boden und wird von der Morgensonne wachgeküsst, während Steinwand noch lange die Abendsonne spürt und nach dem Sonnenuntergang innerhalb von Minuten durch die Winde, die aus dem Flusstal herausströmen, abkühlt wird.“

Die Vinifikation des neuen Riesling Ried Heiligenstein-Rotfels 1ÖTW 2021 erfolgt auf die gleiche Art und Weise wie der Riesling der gegenüberliegenden Seite und generell so, wie alle anderen Lagenweine. Einziger Unterschied ist der gut erschmeckte Zeitpunkt der Ernte: reif, aber niemals überreif. Danach bekommen die Weine die Zeit im Keller, die sie brauchen, um sich so selbstständig wie möglich entwickeln zu können. Verschlossen werden die neuen Rieslinge mit Naturkork, dazu kommt aus Umweltgründen eine eigens gestaltete Papierbanderole. „Wir bauen jede Parzelle am Heiligenstein einzeln aus. Über die Jahre hat sich gezeigt, dass Rotfels die Saftigkeit und den Charakter hat, auch separat gefüllt zu werden. Wir haben uns mit der Erstfüllung aber bewusst Zeit gelassen und darauf vertraut, dass wir es schaffen werden, den Heiligenstein seinen ursprünglichen Riedennamen zuzuführen. Unser Glaube ans Terroir ist ungebrochen, deshalb macht es Sinn, anstatt eines Fantasienamens auch den originalen Namen zu verwenden. Erstmals separat gefüllt haben wir dann mit dem Jahrgang 2020, der wird allerdings erst in zehn Jahren released. 2021 war unsere schönste Ernte überhaupt, ein mörder Riesling-Jahr, darum kommt dieser Jahrgang zuerst auf den Markt.“

Aufgezeichnet von Sonja Planeta

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