Sternat-Lenz: Die große Kunst sind emotionale Weine

Sternat-Lenz: Die große Kunst sind emotionale Weine

Was bedeutet es, wenn von lebendigem Wein gesprochen wird? Herbert Sternat kennt die Antwort.

Als ich vor rund 15 Jahren zum ersten Mal mit Naturweinen in Kontakt gekommen bin, wurde bereits viel von Lebendigkeit gesprochen. Ich habe das damals nicht ganz verstanden. Erst mit der eigenen Umstellung, zuerst auf biologisch, später auf biodynamisch, ist mir klar geworden, was ein lebendiger Wein ist. Es ist ein Wein, der in kein Korsett eingeschlossen ist; dessen Werdegang nicht vorgegeben ist. Es ist ein Wein, der sich zehn, zwanzig Jahre lang in Wellen bewegen darf. Das meine ich durchwegs positiv! Denn selbst wenn dir der Wein zwischendurch beim Kosten einmal nicht zusagt, heißt das nicht, dass er abbaut. Schon beim nächsten Mal kann dich der Wein wieder überraschen. Das zu erfahren, gehört mitunter zum Größten, was ich in den letzten zwanzig Jahren im Weinbau erleben durfte.

Gefühlswelt

Das höchste Gut ist die Traube am Stock. Den Geschmack, den sie hat, wenn ich sie vom Stock runterschneide, will ich auch in die Flasche bringen. Das geht nur durch Handarbeit. Jeder noch so kleine Schritt, den ich im Weingarten oder später im Keller setze, macht am Schluss das Gesamtpaket für einen hochwertigen, lebendigen Wein aus. Hat der Jahrgang mitgespielt? Hatte ich den Weingarten gut im Griff? Habe ich die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen? Es sind viele kleine Rädchen, die ineinandergreifen, damit am Ende ein Produkt herauskommt, dass den Leuten zeigt, wie Lebendigkeit schmecken kann; welche Emotionen Wein auslösen kann! Mit lebendigen Weinen gehst du rein in eine Gefühlswelt. In eine Welt, in der die Leute spüren, was Stock und Winzer über das Jahr erleben durften. Darauf muss man sich einlassen. Große Weine mag es viele geben, emotionale aber sind eine Kunst. Das habe ich jetzt verstanden.

Aufgezeichnet von Sonja Planeta

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