Zillinger: Schluss mit dem Veltliner Bashing

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Zillinger: Schluss mit dem Veltliner Bashing

Dass der Grüne Veltliner mancherorts bereits symbolisch zu Grabe getragen wird, stößt Herbert Zillinger sauer auf. Unter den richtigen Rahmenbedingungen könne die Rebsorte dem Klimawandel nämlich durchaus trotzen.

Die Zukunft des Grünen Veltliners im Zeichen des Klimawandels wird in letzter Zeit immer wieder thematisiert. Wir finden es vollkommen unangebracht, wenn dabei schon jetzt sein Aus prognostiziert und zu neuen Rebsorten geraten wird. Der Grüne Veltliner hat tatsächlich nur dann Schwierigkeiten mit dem Klimawandel, wenn es den Reben schlecht geht, es bei der Bewirtschaftung hapert und die Erträge zu hoch sind. Dieses Schicksal teilen auch andere ertragreiche Rebsorten. Es ist also wichtig, im Weingarten seine Hausaufgaben zu machen, das heißt zu schauen, dass die Böden vital und lebendig und die Pflanzen in Balance sind. Wer seine Weingärten weiterhin auslaugt und laut über neue Rebsorten nachdenkt, hat vermutlich vergessen, was es heißt, ein guter Landwirt zu sein, der sein Hauptaugenmerk auf den Boden legt.

In Balance bringen

Der Grüne Veltliner ist unsere wichtigste Rebsorte. Wenn ich mir unsere bisherige Schaffensperiode anschaue, dann haben wir in den letzten Jahren die schönsten Qualitäten eingefahren. Das liegt unter anderem daran, dass wir die Erträge über die Jahre reduziert und in Balance gebracht haben. Als Qualitätssorte mit geringen Erträgen ist der Grüne Veltliner für mich eine der hochwertigsten Rebsorten, die bei guter Handhabe mit den großen Weinen der Welt mithalten kann. Es ist ein Geschenk, mit dieser autochthonen Sorte zu arbeiten und gleichzeitig unsere Verantwortung, sorgsam mit ihr umzugehen. Das heißt in unserem Fall, dass wir den Grünen Veltliner möglichst terroirbetont abbilden. Terroirbetont funktioniert aber nur, wenn wir das Grundprodukt aus dem Weingarten völlig ungeschminkt, das heißt ohne etwas wegzunehmen oder hinzuzufügen, ins Glas bringen. Dazu braucht es Böden, die in Balance sind. Und dann wiederum hat die Sorte trotz des Klimawandels eine große Zukunft.

Aufgezeichnet von Sonja Planeta

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