Gruze: Mehr Mut zu Großflaschen

Gruze: Mehr Mut zu Großflaschen

Magnum, Jéroboam und Primat: Marcus Gruze wünscht sich weniger Defensive beim Einsatz von Großflaschen.

In großen Runden trinke ich gerne große Flaschen. Ja, size matters, zumindest im richtigen Moment. Wenn ich eine Magnum köpfe, geht es mir nicht um die imposante Wirkung, sondern um den spannenden Inhalt und die Geste des Teilens. Der Inhalt und die Gesellschaft sind ohnedies immer wichtiger als Style und Aufmachung. 

But anyways: Eine Magnum oder Größeres braucht nicht zwingend ein besonderes Ereignis, sie kann auch im Alltag bestehen. Biodynamischer Wein ist etwas Lebendiges und Wein zu trinken sollte immer ein lebendiges Erlebnis sein, das auch mit einer über eine längere Zeit bereits geöffneten Großflasche überaus genussvoll und vital sein kann. In Hinblick auf den Einsatz von Großflaschen in der Gastronomie wünsche ich mir weniger Defensive. Frei nach dem Motto: Drink big, nicht Reclam! 

Ja, Überproportionales auch mal glasweise zu servieren, verlangt Mut. Aber wer die Lust an großen Flaschen für sich entdeckt, steht über dem Kultstatus von Jéroboam, Primat und Co. Klar, irgendwann beinhaltet die Lebendigkeit eines geöffneten biodynamisches Weines mit wenig Schwefelgehalt auch Essigbakterien. Das macht nichts. Damit lassen sich in der Küche zahlreiche Gerichte von Spargel bis Beuschel verfeinern. Ein schöner Kreislauf und darauf kommt es an.

*Aufgezeichnet von unserer Autorin Tina Veit-Fuchs