Petr Hlinák: „Gemachter“ Wein verliert an Bedeutung

Petr Hlinák: „Gemachter“ Wein verliert an Bedeutung

Petr: Der Weinstil, den ich bevorzuge, ist eher klassisch mit Fokus auf Weinen, die Authentizität und Charakter widerspiegeln.

Er ist der neue Sommelier an der Seite von Christian Zach in der Weinbank in Ehrenhausen. Im KALK&KEGEL Interview spricht Petr Hlinák über neue Chancen im neuen Job, über die Zukunft der Sommellerie und warum er kein Hipster-Sommelier sein will.

Petr, Du bist im April von Harald Irkas Pfarrhof in die Weinbank gewechselt. Wie bist du in deiner neuen Rolle im Team von Christian Zach angekommen?
Petr Hlinák: Während sich Christian Zach auf Fine Dine konzentriert, bin ich für das Wirtshaus zuständig und übernehme die Rolle vom ehemaligen Sommelier Philipp Marko. Christian lässt mir volle Freiheit und ich kann langsam beginnen, auch gereifte Weine anzubieten. Das ist durchaus mein Fokus und meine Leidenschaft. Ähnlich wie Christian Zach bin ich eher von der alten Schule und weniger ein Hipster-Sommelier. Der Weinstil, den ich bevorzuge, ist eher klassisch mit Fokus auf Weinen, die Authentizität und Charakter widerspiegeln.

Die Weinbank hat einen der spannendsten und besten Weinkeller Österreichs. Du hast allerdings auch schon Erfahrung mit großen Weinkellern aus deiner Zeit in der Coburg. Was macht die Arbeit für dich als Sommelier in der Weinbank aus?
Wenn es um Wein geht, ist die Coburg für mich der Heilige Gral. Das war die beste Weinkarte, mit der ich in meiner Karriere bisher gearbeitet habe. Ich konnte Weine verkosten und anbieten, die mir die Gänsehaut aufsteigen ließen. Das war eine „Alice im Wunderland“-Situation. Die Weinbank ist für mich die jüngere Schwester der Coburg. Die Jahrgangstiefe, an der Christian Zach arbeitet, hat enormes Potential.

Petr: Die Weinbank ist für mich die jüngere Schwester der Coburg. Die Jahrgangstiefe, an der Christian Zach arbeitet, hat enormes Potential.

Du hast mir erzählt, dass du dir deine Entscheidung, den Pfarrhof zu verlassen, nicht leicht gemacht hast. Was erhoffst du dir für Gestaltungsmöglichkeiten in der Weinbank?
Erst mal kann ich mit einem wirklich gut aufgestellten Portfolio arbeiten. Darüber hinaus gibt mir Christian auch tatsächlich die Möglichkeit, sehr frei daraus zu wählen und auch mal Spitzenweine glasweise anzubieten. Ich habe Respekt vor Christian und ich schätze seine Einkäufe. Vermutlich würde ich nicht viel anders machen. Ich persönlich bevorzuge gereifte Weine. Sie haben das Potential das Terroir wirklich zur Geltung zu bringen. Und genau mit dieser Leidenschaft für gereifte Weine, ist die Weinbank eine Spielwiese, die immer größer wird. Christian bezieht so viel wie möglich direkt bei den Weingütern. Wir kaufen also keine Kellersammlungen, sondern bauen unsere Jahrgangstiefe selbst auf. Für mich ist es ein Traum mit Weinen arbeiten zu können, die immer im eigenen Keller bei perfekten Bedingungen gelagert wurden. Für einen Sommelier wie mich ist es einfach enorm motivierend, wenn man Weine, die man auf Top-Verkostungen kennengelernt hat, auch für den eigenen Betrieb beziehen kann.

Herkunft

Wie blickst du auf die Sommellerie? Was ist der Zeitgeist?
Die Aufmerksamkeit der meisten Sommeliers richtet sich auf kleine und feine Betriebe. Weingüter, die mit Leidenschaft ihre Besonderheit herausarbeiten. Qualität und Herkunft ist das Gebot der Stunde. Dieser Anspruch zeichnet die Szene der jungen Sommeliéren und Sommeliers aus. Das zeigt sich auch an den Portfolios der Restaurants. Weniger ist mehr. Es wird sehr genau darauf geachtet, welche Geschichte sich hinter jedem Wein versteckt. Es werden Weine auf die Karten gesetzt, die Authentizität und Herkunftstypizität transportieren können. Gemachter Wein verliert an Bedeutung, wahrhaftiger Wein gewinnt die Aufmerksamkeit.

www.dieweinbank.at

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