Perfect Match im Schloss Schauenstein

Meine unvergesslichen Weinbegleitungen

Armin Tement ist ein leidenschaftlicher Winzer – und Genießer. Wenn er als Gast in einem Restaurant ist, taucht er tief in die begleitenden Weine ein. Die großartigsten Momente im Rückspiegel.

Flasche oder glasweise Begleitung?
ARMIN TEMENT: Grundsätzlich bin ich sehr offen. Ich genieße es, wenn ich eine tolle Weinbegleitung zu einer feinen Speisefolge haben darf, weil es immer wieder Überraschungen gibt. Man kann sich dem Essen und dem Wein voll hingeben und braucht nicht immer die perfekte Flasche Wein suchen. René Antrag im Steirereck ist ein Garant für das „Perfect Match“. 

Eine spannende Weinkarte…?
ARMIN TEMENT: …soll Jahrgangstiefe haben, einen schönen Mix aus ein bisschen Tradition und sehr zeitgemäßen Weinen. Mit Sicherheit eine der spannendsten Weinkarten hat die Weinkarte von Christian Zach in der Weinbank in Ehrenhausen. Von den steirischen Winzern hat er eine unheimliche Tiefe und Dichte, von Klassikern bis zu Naturweinen. Aber auch Burgund oder Jura sind sehr pointiert und tief vertreten. Wahnsinnig gut ist auch die Karte im Hotel Sonnenhof in Grän im Tannheimertal. Die Karte ist perfekt kalkuliert, es gibt immer wieder Geheimtipps, sehr, sehr gut. Auch Josef Neulinger vom Almhof Schneider hat eine wahnsinnig gefühlvolle Weinkarte. In Deutschland fällt mir das Tantris ein. Mir gefällt, dass man sich dort in einer Region auf ein, zwei Winzer spezialisiert und wirklich in die Tiefe geht.

Ein Perfect Match hattest du…?
ARMIN TEMENT: Wir waren vor Kurzem im Steirereck. Wir wollten zu Mittag nur leicht vegetarisch essen, da hat uns Sommelier René Antrag eine Weinbegleitung gemacht, die auf höchstem Niveau war und trotzdem so viel Neues in sich hatte. Bei Marco Franzelin im Schloss Schauenstein (mit Koch Andreas Caminada) bekommt man immer eine außergewöhnliche Weinbegleitung der Sonderklasse. Wenn man in New York im Le Bernardin sitzt, bekommt man von Aldo Sohm glasweise uralte Kalifornier, dazu Fisch mit einer kräftigen Sauce. Bei Gerhard Fuchs in der Weinbank hatte ich einmal lauwarme Flusskrebse mit Zitrusaromen und einer Beurre blanc und dazu bekamen wir von Christian Zach blind einen Sauvignon Blanc Zieregg 1990, das war unvergesslich. 

Gibt es ein perfektes Glas für Wein?
ARMIN TEMENT: Grundsätzlich ist mir nur wichtig, dass es sehr dünn und handgemacht ist, dass man die Leichtigkeit in der Hand hat – dann ist der Genuss viel höher. Es gibt natürlich verschiedenste Varianten: Zalto, Gabriel und viele andere, die alle auf einer Ebene sind. 

 

Digestif vom Schnapswagen

Über welchen Winzer freust du dich besonders, wenn du den Namen in einer Weinkarte entdeckst?
ARMIN TEMENT: Wenn ich aus Österreich Christoph Wachter auf der Karte sehe oder Roland Velich vom Weingut Moric. Ich bin ein großer Blaufränkisch-Fan und bei beiden zeichnen sich die Weine durch Eleganz und Finesse aus. Ich freue mich auch über Weine von der Domaine Ravenau, die mich persönlich berühren. 

Weinbewertungen bedeuten für mich …?
ARMIN TEMENT: Wir selbst arbeiten nicht darauf hin. Wenn einmal eine gute Bewertung kommt, ehrt uns das, aber die schönste Bewertung ist für uns, wenn wir in einem schönen Haus ausgeschenkt werden und die Kunden eine Freude damit haben. Das gehört heute in der Weinwelt dazu, sollte aber nicht überbewertet werden. 

Schnaps oder Kaffee zum Abschluss?
ARMIN TEMENT: Bei uns kommt meistens beides. Wo es richtig mit Schnapswagen zelebriert wird, ist zum Beispiel im Hangar-7. Da darf der Reisetbauer nicht fehlen, von ihm trinken wir gerne Rote Williams. Kaffee ist immer eine Stimmungssache, je nachdem, wie man säuretechnisch drauf ist.

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