Sattler: Die Zeit ist reif für reife Weißweine

Sattler: Die Zeit ist reif für reife Weißweine

Seit Generationen beschäftigen wir uns mit dem Reifepotenzial von Weißweinen. Sind die Trauben in der Balance, sind die Weine auch nach 30 Jahren noch frisch. 

Die Basis für reife, lagerfähige Weißweine ist die Balance. Während die Reifefähigkeit von Rotwein eher über das extrahierte Tannin getragen wird, haben wir beim Weißwein eine komplexere Struktur aus Säurespiel und Tannin. Entscheidend ist, dass wir eine reife Säure haben. Wenn die Trauben ausgereift sind, bekommt die Säurestruktur eine ganz andere Charakteristik, die sehr frisch und straff ist. So bildet die Säure das Rückgrat der Reifefähigkeit. Die Tanninstruktur kommt beim Weißwein aus der Traube, über Maischestandzeiten oder im Keller über die Ausbauarten. Wir fördern stabile Gerbstoffstrukturen, die 20 bis 30 Jahre erhalten bleiben.

 

Die optimale Balance

Das Kernthema für lagerfähige Weißweine ist immer: Wann wurde die Traube gelesen und auf welchem Standort ist sie gewachsen? In den besten Lagen kann man die Traube in einer optimalen Balance aus günstiger Säurestruktur, reifer Säure und einer seidigen, hochwertigen Tanninstruktur lesen. Das sind Komponenten, die dem Wein eine hohe Lebensdauer verschaffen und die langfristig die Besonderheiten der Lage binden. Um diese Balance herzustellen, benötigt man einen achtsamen Umgang und viel Erfahrung. Grundlage der Balance sind auch niedrige Erträge zusammen mit einer belebenden Bewirtschaftungsform. Die Lebensdauer eines Weins ist nur bedingt von der Sorte abhängig – und schon gar nicht vom Alkohol. Man kann auch leichte Weine mit 10 Volumsprozent Alkohol haben, die super reifen. Sicher ein spannendes Vergnügen für alle Trinker.

*Aufgezeichnet von unserem Autor Werner Ringhofer