Hotel Manager: Generation Z hat sich Bashing nicht verdient

Christian E. Klaus

Hotel Manager: Generation Z hat sich Bashing nicht verdient

Der General Manager des SO/Vienna Christian E. Klaus: Ich staune, wie selbstbewusst die junge Generation an Mitarbeiter:innen ist. Mila Zytka

Christian E. Klaus zählt zu den innovativsten Hotelmanagern im deutschsprachigen Raum. Als General Manager im SO/Vienna blickt er ganz genau auf die besonderen Fähigkeiten der neuen Mitarbeiter:innen Generation. 

In der Gastronomie und Hotellerie ist immer wieder von Krisen zu lesen – seit Jahren von der Personalkrise. Wie erlebt ihr das im SO/Vienna?
CHRISTIAN E. KLAUS: Menschen, die heute einen Job suchen, haben natürlich eine riesige Auswahl. Wenn du es als Arbeitgeber:in nicht schaffst, zu zeigen, wofür du stehst, dann wird es schwer. Im SO/Vienna stehen wir für eine Verbindung von Luxus mit Spaß. So dumm es klingt, aber Spaß ist mir unglaublich wichtig. Unsere Gäste haben die ganze Welt gesehen. Die kommen nicht zu uns, weil irgendwas das Beste ist, sondern die kommen zu uns, weil sie hier neben der Aussicht das große Ganze spüren. Das funktioniert nur, wenn die Kolleginnen und Kollegen Spaß an ihrer Arbeit haben. Wenn man als Arbeitgeber:in das nicht herausarbeitet, wird es sehr schwer, jemanden für einen Job zu begeistern.

Jeder will Spaß bei der Arbeit haben, aber das funktioniert ja nicht auf Knopfdruck. Wie schafft ihr es, das zu integrieren?
CHRISTIAN E. KLAUS:
Ich spreche mit allen Bewerberinnen und Bewerbern persönlich. Ich schaue nie auf das Technische, sondern nur, ob es vom Charakter her passt. Haben wir gerade noch einen Platz für so einen Charakter im Team? Mir ist das Persönliche des Menschen, der zu uns kommt, von der Vision her wichtiger als das Technische. Weil das kann man lernen. Wenn du auf 3-Michelin-Sterne-Niveau spielst, ist es wieder ganz anders. Da muss alles stimmen, aber da hast du wieder eine ganz andere Motivation. 

Das Loft als kulinarischer Verführungsort mit höchster Weinkompetenz. Abacapress/Didier Delmas

Wie viele Menschen arbeiten im SO/Vienna?
CHRISTIAN E. KLAUS: Wir sind 170 Menschen. Im Schnitt bleiben die Mitarbeiter:innen etwa 18 Monate bei uns.

Ist die Fluktuation in der Branche nicht frustrierend für einen Manager?
CHRISTIAN E. KLAUS:
Ändern kann ich diese Struktur nicht, sondern ich kann nur schauen, dass wir die Leute glücklich halten. Wenn mir jemand 18 Monate seine Liebe und seine Leidenschaft zum Produkt gibt, ist das doch großartig und ich bin dankbar für diese Zeit. Aber es gibt natürlich Ausnahmen: Annette zum Beispiel leitet seit acht Jahren unsere Patisserie. Oder David, der das Frühstück leitet, ist seit sieben Jahren da. Ich könnte viele weitere Namen nennen. Am Ende sind wir aber ein Team. Und da zählt Leidenschaft – egal ob für ein Jahr oder länger.

Die Arbeitszeit der Mitarbeiter:innen liegt bei 18 Monaten im Schnitt. Wie viele sind es aktuell bei dir als Manager?
CHRISTIAN E. KLAUS: Bei mir sind es aktuell vier Jahre. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Das Spannende bei unserem Business ist, dass es unglaublich personenabhängig ist. Als General Manager habe ich wirklich Freude daran zu arbeiten, wie man dieses Haus nachhaltig zu Erfolgen führen kann. Von Schnellschüssen halte ich nichts. Mir ist es wichtig, auf Qualität zu setzen und Spaß zu haben. Solange das funktioniert und solange ich dem Team helfen kann, besser zu werden, ist der Weg noch nicht beendet.

Das SO/Vienna: Klar anders als viele Luxusmarken in Wien. Moderne Architektur statt barocker Charme. Gilles Trillard

Bei den Mitarbeiter:innen haben wir es heute mit einer ganz neuen Generation zu tun, die Arbeit nicht mehr so wichtig einstuft als die Generationen davor. Wie wirkt sich das auf die Branche aus?
CHRISTIAN E. KLAUS:
Wir müssen es nehmen wie es ist. Ich kann in allem Nachteile und Vorteile finden. Mich interessieren aber nur die Vorteile. Das Bashing der Generation Z, das oftmals stattfindet, empfinde ich als ungerecht. Was mir aufgefallen ist: Die jungen Menschen haben eine sehr offene Art, über sich zu reden. Die sprechen mehr über Persönliches in der Arbeit, als wir es früher gemacht haben. Das hilft mir natürlich, zu schauen, wo meine Kollegen und Kolleginnen mental sind und wie wir helfen können, dass sie sich wohl fühlen bei uns. Das ist wirklich das Wichtigste, weil das sieht der Gast. Diese Herzlichkeit ist entscheidend. Ich staune zudem, wie selbstbewusst diese Generation ist und dass die keine Angst vor der Zukunft hat. Das war bei uns ganz anders. Für uns war ein Job das Größte für die nächsten 20 Jahre. Ich finde das schon mutig, wie Leute da ohne Berührungsängste Fächer und Berufsfelder wechseln können. Ich bin begeistert, wie schnell sie Informationen aufnehmen. Entscheidend ist, dass wir auf das Positive fokussieren. Ich finde das sehr, sehr schön, mit der neuen Generation zu arbeiten, weil es mir natürlich auch hilft, mental frisch zu bleiben. Wenn mich hier einmal einer den alten Sack nennt, habe ich verloren, weil dann bin ich nicht mehr da. Solange wir noch junge Leute begeistern können, eine Ausbildung zu machen, ist die Lust noch da.

Leidenschaft

Wir haben sehr viel über Leidenschaft gesprochen. Am Ende sind aber auch Zahlen wichtig…
CHRISTIAN E. KLAUS:
Wir gehen auf das Ziel einer 80-prozentigen Auslastung für das Jahr. Das ist uns wichtig. Nicht zu viel, weil wenn du die Architektur dieses Hauses zu sehr benutzt, dann kommst du nicht mehr nach mit der Renovierung. Das gilt auch für das Team. Wenn du immer auf 100 Prozent fährst, wird das hart. 80 Prozent ist genau richtig für uns. Bei den Zimmerpreisen wäre es natürlich schön, wenn es irgendwann mit einer Drei anfängt. Da sind wir noch nicht. Bei unseren Zimmern sind wir im Schnitt bei 250 oder 260 Euro. Damit machen wir schon Geld. Wenn du nach Paris gehst, bekommst du für solche Preise wie hier in der Stadt keine Zimmer. London, Paris, Frankfurt, Barcelona oder Madrid sind da schon weit voraus. Da haben wir noch ein bisschen Luft nach oben.

Klaus: Unsere Zimmer sind weiß, grau und schwarz. Sie haben keine Teppiche und keine Farbe, sondern der ganze Fokus ist wirklich auf die Aussicht gerichtet. Abacapress/Didier Delmas

Die ersten Tourismusbilanzen zeigen ein starkes 2024 für die Stadt Wien. Wie behauptet man sich in einem Umfeld, in dem es doch sehr viele unterschiedliche, tolle Hotelmarken gibt?
CHRISTIAN E. KLAUS: Auch wir haben ein super erstes Quartal hinter uns. Ich bin aber vorsichtig, nach drei erfolgreichen Monaten zu sagen, ich hätte das Rezept. Die Location und die Aussicht sind genial. Unsere Zimmer sind die größten Zimmer in der Einsteigerkategorie. Jedes Zimmer hat eine Aussicht. Das ist gut. Was meiner Meinung nach auch gut ist: Wir sind klar anders als alle anderen Luxusmarken. Wir sind modern. Unsere Zimmer sind weiß, grau und schwarz. Sie haben keine Teppiche und keine Farbe, sondern der ganze Fokus ist wirklich auf die Aussicht gerichtet. Dann musst du nicht um Leute kämpfen, die es gerne alt und barock haben, weil da gibt es natürlich viel Auswahl in Wien.

Die letzten Jahre waren wegen Corona und Energiethemen nicht ganz einfach. Wie wird die Zukunft für die Hotellerie?
CHRISTIAN E. KLAUS: Ich bin schon der Meinung, wenn du guten Service leistest und ein tolles Produkt hast, sind die Gäste, die wir heute haben, sehr, sehr offen für Preissteigerungen. Qualität ist sehr wichtig. Die Masse braucht es vielleicht auch, aber nicht für uns. Diese Erlebnisse, die wir kreieren, müssen es wert sein. Wir wollen, dass die Mitarbeiter:innen genau diese Emotion mit dem Gast austauschen können und nicht eine Schiene fahren, die immer das Gleiche ist, wo fixe Sätze daherkommen. Wir brauchen Leute, die auf dich eingehen, weil das ist für uns Lifestyle und Luxus. Da habe ich keine Angst. Das ist wie im Restaurant. Ich bin der Meinung, es ist egal, ob es Luxusschiene oder Einstieg ist, aber ein klares Konzept wird immer erfolgreich sein. Für die mittendrin wird es in Zukunft aber schwieriger denn je.

www.so-hotels.com

WINE ON TOP: Jetzt anmelden zum KALK&KEGEL Side Event der VieVinum

Am 26. Mai steigt im „Das LOFT“ im SO/ Vienna die wahrscheinlich geilste Weinparty der Stadt powered by KALK&KEGEL und LOFT-Sommelier Tomas Hynek. Jetzt Tickets sichern.

Schon das Line-Up verspricht höchste Qualität! Mit dabei sind Spitzenwinzer:innen aus Österreich, Deutschland, der Slowakei und Spanien sowie einer Speciality Wine Bar by „trinkreif“ und einer Organic Gin Bar von „Wacholderbär“. Und das alles in einer der beeindruckendsten Wein Locations von Wien mit Blick über die Stadt! Los geht es ab 18:30 Uhr, die Tickets (35 Euro pro Person) sind begrenzt. Es lohnt sich also rasch zuzugreifen.

Hier geht es zur Ticketbestellung 

Auf was ihr euch freuen dürft: auf spannende Gespräche mit den Winzer:innen und natürlich auf deren Weine sowie auf Food-Highlights aus der „Das LOFT“ Küche von Küchenchef Peter Duransky. Ab 22 Uhr startet die Winemaker Party mit Djane Mel Merio und einer super Weinauswahl von Chefsommelier Tomas Hynek.

Checkt euch jetzt die Tickets, die u.a. auch einen Shuttleservice von der VieVinum zum SO/ Vienna inkludieren.

Das Line-Up

  • Stefanie and Alwin Jurtschitsch / Kamptal
  • Schödl Family / Weinviertel
  • Clemens und Lukas Strobl / Wagram
  • Hannes Schuster / Burgenland
  • Christian Tschida / Burgenland
  • Roland Velich/Moric / Burgenland
  • Familienweingut Tement / Südsteiermark
  • Clemens Busch / Mosel
  • Sophie Christmann / Pfalz
  • Karsten Peter / Pfalz
  • Jan Raumland/Wong Amat / Rheinhessen
  • Slovakian Wine Selection
  • Alonso & Pedrajo / Rioja
  • Speciality Wine Bar by trinkreif
  • Wacholderbär Organic Gin Bar

Hier geht es zu den Tickets

Natürlich empfehlen wir euch den Besuch bei der VieVinum selbst, die wieder mit einem fantastischen Programm aufwartet.
Alle Infos: www.vievinum.at

Zudem werden wir rechtzeitig vor der VieVinum einen Überblick über Auftritte der KALK&KEGEL Winzer:innen geben und euch weitere ausgewählte Side Events vorstellen!

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