Gloria Conti: Wir legen das Fundament für die gesamte Gästeerfahrung

Gastgeber:innen definieren die Beziehung zwischen Gast und Betrieb – und bilden den Rahmen, in dem Küche und Service überhaupt erst glänzen können, schreibt Gloria Conti, Demi Chef de Rang im Restaurant Ikarus im Red Bull Hangar-7 und Gault&Millau Service Award Preisträgerin 2026.
Die Gastgeberrolle ist für mich unerlässlich, weil sie den ersten Eindruck prägt. Ich bin oft der erste Kontaktpunkt für den Gast – und dieser Moment entscheidet, ob er sich willkommen fühlt. Ein freundliches, ruhiges Auftreten ist dabei essenziell. Kein Stress, keine Hektik. Der Gast soll spüren: Ich bin angekommen und werde gesehen. Gastgeber:in zu sein, geht für mich dabei klar über klassischen Service hinaus. Es ist wichtig, dass die Gäste wissen, wer ihre Ansprechperson ist. Jemand, der sie begrüßt, platziert und sie durch den Abend begleitet. Diese Klarheit gibt Sicherheit; gerade für Gäste, die zum ersten Mal bei uns sind. Genau da ist es meine Aufgabe, Druck rauszunehmen und zu sagen: Fühlen Sie sich wie zu Hause. Es gibt keine Regeln, genießen Sie einfach den Abend. Oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied machen: ein ehrliches Willkommen, die Frage nach der Anreise, ein kurzer Check-in während des Menüs. Dadurch entsteht nicht nur ein Erlebnis, sondern oft auch eine persönliche Verbindung. Gäste fühlen sich wahrgenommen, nicht wie eine Nummer.
Verbindung
Intern ist die Gastgeberrolle genauso wichtig. Ich habe den Überblick, nehme Kleinigkeiten wahr und kommuniziere sie ins Team – sei es eine Unsicherheit beim Gast, eine besondere Situation oder einfach Feedback. Umgekehrt bin ich für das Team da, wenn es Fragen gibt; alles darf angesprochen werden. Ich bin überzeugt, dass man kein geborener Gastgeber sein muss. Man kann in die Rolle hineinwachsen. Gerade junge Mitarbeiter:innen oder Lehrlinge sind anfangs oft zurückhaltend, gewinnen aber mit der Zeit Sicherheit. Offenheit, Freundlichkeit und Lösungsorientierung lassen sich lernen. Und mit jeder Erfahrung, die man macht, entwickelt man sich weiter – und wächst Stück für Stück über sich hinaus.
