Amelie Hausner: Damit punkten PIWIs wie Souvignier Gris, Solaris & Co.

Amelie Hausner: “PIWIs sind keine Modeerscheinung, sondern leise Hoffnungsträger. Noch nicht perfekt – aber auf dem richtigen Weg.” Thomas Bierbaumer

PIWIs sind im Vormarsch – und definitiv mehr als ein Nachhaltigkeitstrend, schreibt Loisium-Sommelière Amelie Hausner. Welches Potenzial wirklich in den Zukunftsrebsorten steckt!

Mein erstes PIWI-Date war eher Zufall als große Liebe – eine Verkostung, ein paar unbekannte Namen im Glas, und plötzlich war ich überrascht: Statt wilder Experimente kamen saubere, präzise Weine mit Frische und Klarheit. Ehrlich gesagt: Hätte man mir nicht gesagt, dass das PIWIs sind, hätte ich sie locker für klassische Rebsorten gehalten. Beruflich begegne ich ihnen aktuell vor allem bei Verkostungen und Gäste-Events im LOISIUM Langenlois. Noch spielen sie auf der Weinkarte keine Hauptrolle – aber sie schleichen sich langsam ins Bewusstsein. Und das aus gutem Grund.

Denn Zukunftsrebsorten vereinen gleich drei große Themen: Klimawandel, Nachhaltigkeit und neue Geschmackserlebnisse. Sorten wie Souvignier Gris oder Solaris sind deutlich widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten. Für Winzer:innen heißt das: weniger Pflanzenschutz, weniger Traktorfahrten, mehr Ressourcenschonung. Ökologisch top – und auch ökonomisch ein echter Vorteil. Im Glas zeigt Souvignier Gris meist reife Birne, gelben Apfel und Steinobst, dazu oft eine feine Würze. Solaris kommt kraftvoller daher, mit exotischer Frucht, Zitrus und manchmal Honig – bleibt dank guter Säure aber überraschend balanciert. Stilistisch ist bei PIWIs übrigens fast alles möglich: von frisch im Stahltank bis experimentell in Holz, Amphore oder Orange.

Geschmackserlebnisse

Sind sie schon Mainstream? Noch nicht. Eher ein Thema für innovative, nachhaltig arbeitende Betriebe – mit wachsendem Interesse, vor allem bei jüngeren Gästen. Klassische Rebsorten bleiben Publikumslieblinge, PIWIs sehe ich klar als Ergänzung, nicht als Ersatz. Im Service braucht es aber ganz klar noch einiges an Erklärung: Am besten funktionieren Vergleiche mit bekannten Sorten und den Nachhaltigkeitsaspekt sollte man auch erwähnen. Meine persönlichen Pairing-Highlights? Donauriesling zur Gurkenkaltschale – Sommer pur. Und Solaris zu scharf mariniertem Saibling mit Zitrus und Ingwer: Der Wein trägt das Gericht mit Kraft und Frische.