Christian Zach: So kalkulieren wir die Weinpreise

Eine gute Preisgestaltung ist eine Kunst, die sowohl den Gast als auch den Betrieb glücklich machen muss. Es geht darum, eine Balance zu finden – fair für den Gast, wirtschaftlich für uns – schreibt Christian Zach von der Weinbank in Ehrenhausen.
Die wichtigste Regel? Man muss Gewinn erzielen, denn davon leben wir. Aber das bedeutet nicht, dass wir einfach blind Aufschläge draufschlagen. Unsere Strategie in der Weinbank: Günstigere Weine haben einen geringeren Aufschlag, während teurere Weine eine höhere Marge brauchen. Raritäten behandeln wir besonders – sie sind die „Zuckerl“ auf unserer Karte, mit Schutzpreisen versehen, damit sie nicht sofort ausgetrunken werden. Das ist kein Geheimnis, sondern ein Fakt!
In der Weinbank liegt unser Fokus auf der Steiermark. Ein Einstiegswein, der uns im Einkauf 10 Euro kostet, wird mit 25 Euro plus Steuer kalkuliert. Bei Lagenweinen wie einem Sauvignon Blanc Zieregg, den wir für 50 Euro einkaufen, wird mehr aufgeschlagen, weil hier nicht nur die Qualität, sondern auch der Wert des Weins berücksichtigt werden muss.
40.000 Flaschen
Offene Weine kalkulieren wir simpel: Wir teilen den Flaschenpreis durch sechs, bei Rotwein durch fünf. Auch wenn andere Betriebe anders rechnen, ist das unser Weg. Unsere Kalkulation ist maßgeschneidert – andere Betriebe haben andere Fixkosten, mehr oder weniger Personal, andere Mietverträge. Wir haben 40.000 Flaschen im Keller, eine enorme Jahrgangstiefe bis in die 70er-Jahre. Das ist ein Kapital, das finanziert werden muss.
Beim Winepairing wird es noch spannender. Ein Menü mit acht Gängen und acht Weinen erfordert eine clevere Taktik – weniger pro Glas, damit es wirtschaftlich bleibt. Aber: Wenn ein Gast sein Glas leert, schenken wir nach, ohne extra zu verrechnen. Das ist für uns selbstverständlich. Was aber nun der Schlüssel zu einer attraktiven Kalkulation ist, kann klar mit einem Wort beantwortet werden: Einkauf. Wer nur bei einem Händler bestellt, zahlt drauf. Tatsache! Sich umsehen und Kontakte nutzen, hilft beim Sparen. So können wir einen fairen Preis halten und trotzdem gut wirtschaften. Der Gast soll nicht das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden – Transparenz ist heute wichtiger denn je, immerhin kann jeder online prüfen, was ein Wein im Handel kostet.

Lisi Brandlmaier wurde 1989 in Thalheim bei Wels geboren und studierte Bildungswissenschaften, Germanistik, Französisch und Italienisch an der Universität Wien. 2011 startete sie ihre journalistische Karriere beim Portal typischich.at der Styria Media Group. 2013 wechselte sie zur VGN Medien Holding in die Onlineredaktion des Magazins Woman. 2015 übernahm sie die Leitung des Gourmet-Ressorts sowie im Anschluss zusätzlich die Leitung des Lifestyle-Ressorts für die Print- und Onlineausgabe des größten österreichischen Frauenmagazins. Zusätzlich engagierte sie sich beim Aufbau von Woman TV, entwickelte eine eigene Kochsendung und produzierte zahlreiche Shows mit namhaften Köchinnen und Köchen. Von 2021 bis Ende 2023 war sie Chefredakteurin und Digital-Chefredakteurin (ab 2022) bei Falstaff, dem größten Magazin für kulinarischen Lifestyle.

