Top-5 Maische und Amphore

So bunt wie einzigartig

Ein Trend, der nie einer war, weil es ihn eigentlich schon immer gegeben hat! Wir stellen fünf spannende, ausdrucksstarke und einzigartige Exemplare vor.

Natural Muskateller, Hajszan Neumann (Wien)

Maischevergorene Weißweine ohne jeglichen Eingriff werden im Wiener Weingut Hajszan Neumann seit 2015 vinifiziert. Seither hat man das Handwerk kontinuierlich perfektioniert – das zeigt sich vor allem im Natural Muskateller. Die Trauben dieses Weines wachsen in der Ried Neuberg am bekannten Nussberg, wo Muschelkalk mit Kalkstein im Untergrund dominiert. Der Wein wird fünf Monate auf der Schale im Betonei gelagert und schließlich ohne Zutun in die Flasche gefüllt. Und er lebt weiter! In der Nase rauchig, unterlegt mit gelber Tropenfrucht, Hibiskus und zart nach Muskatnuss. Am Gaumen seidige Textur, fein nach Holunder und mineralisch. 

www.hajszanneumann.com

Tero 2015, Ploder-Rosenberg (Vulkanland)

Mitten im Vulkanland in der Steiermark vinifizieren die Ploder-Rosenbergs mit Tero einen Wein als Hommage an den Boden. Konkret hat es ihnen vulkanischer Mutterboden, auf dem sich Lehm mit Sandeinlagen und Schotterinseln aufgebaut haben, besonders angetan. Hier wachsen Sauvignon Blanc, Souvignier Gris und Chardonnay in biodynamischem Umfeld. Nach der Ernte werden sie in der Tonamphore vereint, wo sie gemeinsam etwa 120 Tage verbringen. Das Ergebnis ist – ja klar – erdig! Dazu Schwarzkümmel, dunkles Karamell, zarter Gerbstoff. So viel Tiefgang und Nachhall, da gibt es viel zu besprechen. 

www.ploder-rosenberg.at

Saumur-Champigny „Vue sur Loire“ 2018, Bruno Dubois (Loire)

Cabernet Franc von der Loire überrascht immer wieder aufs Neue. Unsere aktuelle Lieblingsüberraschung stammt von Demeter-Winzer Bruno Dubois aus Saumur-Champigny. Nur in herausragenden Jahren füllt er seine Toplage, ausgepflanzt im Jahre 1954, als eigenständigen Wein ‘Vue sur Loire’. Der Wein wird in der Amphore vergoren (30 Tage auf der Maische) und danach weitere zwölf Monate darin gelagert. Zur Füllung erfolgt eine geringe Schwefelung auf 15 mg Gesamtschwefel. Das Ergebnis besticht durch dunkle Fruchtaromen, Wildkräuterwürze, Noten von Cassis und schwarzem Pfeffer. Dazu kommen saftige Gerbstoffe und eine gut integrierte Säure. Der Wein bleibt lange am Gaumen und hinterlässt einen schönen Abgang. Eindeutig Brunos Meisterstück!

www.unchainedselections.at

Zündstoff, Martin Diwald (Wagram)

Martin Diwald zählt nicht nur zu den Bio-Pionieren Österreichs, sondern er ist auch einer der innovativsten und spannendsten Winzer vom Wagram. Sein Projekt Zündstoff hat schon für viel Furore gesorgt. Zu Recht. Die Trauben werden per Hand gelesen, entrappt und im Gärständer mit den Schalen vergoren. Im warmen Keller wird angegoren und in der kalten Scheune fertiggegoren. Jeden Tag wird händisch ein bis zwei Mal untergestoßen. Nach 10 bis 14 Tagen wird einmal sanft gepresst, danach reift der Wein ein Jahr im gebrauchten 225-Liter Barrique. Geschönt und filtriert wird nicht, die Schwefelgabe ist minimal. Grüner Veltliner, so karamellig, so würzig, so feurig, wie man ihn selten sieht. On Fire!

www.weingut-diwald.at

Sasso 2018, Celler Finca Parera (Penedès)

Xarel·lo ist die am weitesten verbreitete Rebsorte im Penedès, doch was Rubén Parera vom Vorzeige-Demeter-Weingut Finca Parera daraus macht, sucht seinesgleichen! Perfekt gereiftes Traubenmaterial seiner ältesten Parzelle – die Reben haben im Schnitt ein Alter von 80 Jahren! – werden entrappt, die Maische bleibt für kurze Zeit im Betontank. Sobald die Gärung einsetzt, werden die Trauben entfernt. Noch vor Gärende wird der Wein in ein gebrauchtes Akazienholzfass transferiert, wo er dann ein Jahr lang reifen darf. Ungeschönt, unfiltriert und ungeschwefelt wird schließlich gefüllt. Definitiv eine der spannendsten Interpretationen der Rebsorte Xarel·lo!

www.unchainedselections.at