Ebner-Ebenauer: Top-Sprudel ohne Kompromisse

Weingut Ebner-Ebenauer, Marion, Manfred, Poysdorf, Weinviertel, Niederösterreich, Österreich.

Ebner-Ebenauer: Bei Sekt sind wir kompromisslos

Marion und Manfred Ebner-Ebenauer produzieren weltklasse Schaumwein. Wir haben sie nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt.

Wie hat euer Weg in die Welt der sprudelnden Weine begonnen?
MANFRED: Als ich begonnen habe, mich in die Welt der Champagner-Weine einzutrinken, gab es einen Erweckungsmoment. Es war der Veuve Clicquot La Grande Dame 1983, der mich fesselte wie kein Schaumwein zuvor. Die Kohlensäure war fast gänzlich verschwunden und es blieb ein unfassbarer eleganter und dabei komplexer Wein im Glas, der mich an Weine ähnlichen Alters meines Vaters erinnerte. Ich kam zu dem Schluss, dass unsere Gegend außerordentlich gut für Sekte geeignet sein muss.
MARION: Um Himmels Willen! Ich habe früher als ich noch bei WEIN&CO Gastroleiterin war nahezu mein gesamtes Gehalt in Schaumwein umgesetzt. Mit war klar, dass wir hier ein riesiges Potential haben. Die handwerkliche und fast künstlerische Weinmache von Manfred zusammen mit dem kühlen Norden und den extrem kalkigen Lagen ist ja eigentlich aufgelegt für Sekt. Als Markus Mraz (Vater von Lukas) damals den Champagner vom Apero-Wagen geschmissen hat, um unseren Blanc de Blancs Vintage 2006 anzubieten, war ich dann sehr erleichtert. Unser Geschmack, Zero Dosage (da waren wir wohl die ersten in Österreich, auch mit Blanc de Blancs haben wir wohl einen Hype angezettelt) trifft auch den Geschmack der Top-Sommeliers und Weinfreaks. Als Parker dann über 2008 geschrieben hat: „Ebner-Ebenauers Blanc de Blancs Zero Dosage is killing champagne!“ war das Eis dann endgültig auch beim normalen Weintrinker gebrochen.

Sektproduktion ist aufwändig. Bitte erklärt die wichtigsten Schritte eurer Sekterzeugung…
MANFRED: Unsere Weingärten werden biologisch bewirtschaftet und sind seit vielen Jahren nicht gedüngt. Das ist eine natürliche Ertragsbeschränkung, von Hektarerträgen wie in der Champagne sind wir weit entfernt. Zur Weinlese bleibt nur ein kleines Zeitfenster. Die Trauben dürfen nicht zu reif werden, die Säure sollte aber auch nicht zu hoch sein, weil wir um der Filigranität Willen keinen Säureabbau zulassen wollen. So entstehen kompromisslose Weine, die schonend verarbeitet werden (nur 50% des möglichen Mostes werden für Sekt verwendet). Die Weine werden auf der Feinhefe im 500-Liter Holzfass ausgebaut und reifen dort. Der einzige Eingriff ist das regelmäßige Verkosten. Nach der Versektung reifen die Sekte sechs Jahre auf der Hefe.

Bei uns kommt niemand in den Keller“, hast du mir erzählt. Das macht mich neugierig. Verratet uns doch ein bisschen etwas…
MANFRED: Als Marion und ich das Weingut übernahmen hatten wir viele Ideen, aber wenig Geld. Aber ich hatte ein Ideal wie Wein entstehen soll. Das Weingut ist alt verwinkelt, furchtbar unpraktisch, bietet aber auch genau deshalb viele Möglichkeiten.
MARION: Gut, dass Manfred nichts verrät. Ich bewundere ihn, wie er im Winter morgens, wenn es noch stockdunkel ist, in den 400 Jahre alten Keller (auf 3 Ebenen) hinabsteigt und abends wenn es schon wieder finster ist heraus kommt

Was macht für euch guten Schaumwein aus? Was waren Eure Vorbilder?
MANFRED: Guter Schaumwein ist für mich hocheleganter Wein, der durch die natürliche Kohlensäure ergänzt zu etwas Besonderem wird. Perlage und die Restsüße sollten den Grundwein nicht unkenntlich machen. Durch Marions Liebe zu Champagner hatte ich das Pech, auf sehr hohem Niveau in die Welt der Schaumweine einzusteigen.
MARION: Früher habe ich sehr gerne Krug getrunken. Leider versucht Krug seit dem Verkauf an LMVH-Gruppe ihn als zweite Lifestyle-Marke neben Dom Perignon aufzuziehen! Mit Prosecco kannst du mich jauken! Die Traube löst nichts Positives in mir aus. Cava finde ich auch schwierig. Eigentlich mag ich nur Champagner. Bei Schaumwein mag ich einfach keinen Grünen Veltliner, als Wein dagegen bin ich ihm verfallen. Top Sprudel muss aus Chardonnay und/oder Pinot sein!