Transgourmet eröffnet in Innsbruck-Kematen seinen ersten Standort ohne Markt

Außenansicht des Transgourmet-Zustellstandorts Innsbruck-Kematen mit Logo und Laderampen
Luca Jaenichen für Transgourmet

Transgourmet hat in Innsbruck-Kematen seinen 18. Standort eröffnet – und zum ersten Mal einen ohne Markt. Kein Selbstabholen, nur Zustellung. Bis zu 100 Millionen Euro Umsatz soll das Haus einmal bringen. Und die eigene Biomarke? Wächst um mehr als 20 Prozent.

„Es geht nicht um die Hülle. Es geht nicht um die Lkw.“ Das sagt ausgerechnet der Geschäftsführer eines Unternehmens, das gerade rund 28 Millionen Euro in Halle und Laderampen gesteckt hat. Am Mittwoch hat Transgourmet seinen neuen Standort in Kematen offiziell eröffnet: 11.000 Quadratmeter verbaute Fläche, 31 Verladerampen. Thomas Panholzer, Geschäftsführer von Transgourmet Österreich, redet trotzdem lieber über Menschen. „Wir sind in einem People-Business“, sagt er. „KI ist noch bei Weitem nicht so weit, eine gute Telefonverkäuferin oder einen guten Vertriebsmitarbeiter zu ersetzen.“

Schlüsselübergabe bei der Eröffnung von Transgourmet Innsbruck-Kematen
Feierliche Schlüsselübergabe: Thomas Panholzer, Daniel Herb, Anton Mattle, Klaus Gritsch, Manuel Hofer Andreas Kolarik für Transgourmet

Rund 50 Mitarbeiter:innen starten am neuen Standort, langfristig sollen es bis zu 150 werden. Mehr als 20.000 Artikel gehen von hier an Gastronomie und Hotellerie im Großraum Innsbruck und im Tiroler Oberland, rund 3800 Betriebe liegen im Einzugsgebiet. Gebaut wurde von März 2025 bis August 2026. Dass die regionale Verankerung lange vor der Eröffnung begonnen hat, zeigt schon der Bau: Von den rund 28 Millionen Euro, die Transgourmet investiert hat, flossen rund 14,5 Millionen über Bau- und Lieferaufträge an Tiroler Unternehmen.

100 Millionen

Wie groß der Anspruch ist, machte Panholzer in seiner Ansprache deutlich: Mit bestehenden Kunden im Tiroler Liefergebiet macht Transgourmet bereits gute 10 Millionen Euro Umsatz. Voll ist das neue Haus damit noch lange nicht: „Wir werden bis zu 100 Millionen brauchen, damit dieses Haus voll ist.“

Neu ist vor allem, was fehlt: ein Abholmarkt. Kematen ist der erste reine Zustellstandort von Transgourmet in Österreich. Dass es so kam, hat einen Grund, so Panholzer. „Die Gastronomen haben Wichtigeres zu tun. Das ist der Dienst am Gast – und immer weniger kommen zum Einkaufen.“

Hochregallager mit Getränken und Lebensmitteln bei Transgourmet in Kematen
Luca Jaenichen für Transgourmet

Tirol liefert dafür das Paradebeispiel. Der Zustellanteil in Gastronomie und Hotellerie liegt hier bei nahezu 80 Prozent. Kurze Wege, rasche Reaktionszeiten und persönliche Ansprechpartner direkt in der Region sollen den Betrieben vor allem eines bringen: mehr Zeit für ihre Gäste. Für den Großhändler heißt das: Er muss zum Wirt. Nicht umgekehrt.

Standortgeschäftsleiter Daniel Herb spricht bei der Eröffnung von Transgourmet Innsbruck-Kematen
Standortgeschäftsleiter Daniel Herb bei der Eröffnung Andreas Kolarik für Transgourmet

„Tirol ist eine der stärksten Tourismusregionen Europas und entsprechend hoch sind die Ansprüche an Qualität und Service. Mit Innsbruck-Kematen rücken wir näher an unsere Kundinnen und Kunden und können noch schneller und flexibler auf ihre Bedürfnisse reagieren“, sagt Panholzer. „Wir wollen Teil der Region werden – als Arbeitgeber, Wirtschaftspartner und langfristiger Partner der Tiroler Gastronomie.“

Billig und Bio

Wie man aus 20.000 Artikeln das richtige Sortiment für Tirol baut? Manuel Hofer, Geschäftsleiter Einkauf und Finanzen, antwortet mit zwei Zahlen. Die Preiseinstiegsmarke von Transgourmet ist zuletzt um mehr als 20 Prozent gewachsen. Die eigene Biomarke, inzwischen die zweitstärkste Eigenmarke des Hauses, ebenfalls um mehr als 20 Prozent. Beide Enden des Sortiments legen also gleichzeitig zu – ein ziemlich genaues Bild einer Gastronomie, die zwischen Kostendruck und Qualitätsanspruch steckt.

Das Genussquartier mit Showküche bei Transgourmet in Kematen
Luca Jaenichen für Transgourmet

Wo sich Transgourmet selbst sieht, sagte Panholzer bei der Ansprache im Zuge der Eröffnung unmissverständlich: „Wir sind nicht der Billiganbieter, wir sind nicht der Discounter.“ Die Preiseinstiegsmarke gebe es, weil man die Betriebe gerade in schwierigen Zeiten wirtschaftlich unterstützen müsse. „Das Entscheidende ist für uns die Frische.“ Neben Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse stehen rund 3500 Weine und Schaumweine im Sortiment, dazu JAVA-Kaffee aus der eigenen Rösterei und die Premiumlinie Transgourmet Cook.

Bühne statt Markt

Ohne Markt fehlt auch der Ort, an dem Köch:innen Produkte angreifen und probieren. Dafür hat Transgourmet auf rund 300 Quadratmetern das Genussquartier gebaut, mit Showküche sowie Bar- und Veranstaltungsbereich. Hier sollen Produktneuheiten vorgestellt, Verkostungen, Workshops und Schulungen abgehalten werden. Auch die Vertriebsmarken Cook, JAVA, Trinkwerk und Gastro Profi bekommen eine eigene Bühne. Standortgeschäftsleiter Daniel Herb bringt den Zweck des ganzen Hauses auf einen Satz: „Unsere Kunden sollen mehr Zeit für ihre Gäste haben.“

TRANSGOURMET INNSBRUCK-KEMATEN
Dr.-Helmut-Marsoner-Weg 5a, 6175 Kematen in Tirol
Reiner Zustellstandort für Gastronomie, Hotellerie und Gewerbe
Einzugsgebiet: Großraum Innsbruck und Tiroler Oberland
Sortiment: mehr als 20.000 Artikel, davon rund 3500 Weine und Schaumweine
Genussquartier: rund 300 m² mit Showküche, Bar und Veranstaltungsbereich
www.transgourmet.at