Agnes und Josef Mantler

Weingut: Mantlerhof Ort: Niederösterreich

Elegante Phenole hier, ein bisschen mehr Leichtigkeit da: Agnes und Josef Mantler sind ihrer Vorstellung einer eigenen Weinstilistik bereits sehr nah. Seit 2016 führt das Geschwisterduo das Familienweingut Mantlerhof in Brunn im Felde in der Gemeinde Gedersdorf im Kremstal. „Die Weine unseres Vaters haben uns immer gut gefallen. Wir hatten das große Glück, dass er uns einfach hat machen lassen – nach dem Motto: Ihr seid jung, probiert euch aus. Wobei wir nichts Wildes gemacht haben, wir sind da eher spießig. Uns ist nur wichtig, dass die Weine unter 13% vol. Alkohol bleiben“, erzählt Josef.

 

Ein typischer Mantlerhof Wein, so sagt er, sei elegant, im Ausdruck nie laut und mit einer vornehmen Zurückhaltung in der Frucht. Das hohe Lagerpotential der Weine sei dem wenig invasiven Ausbau geschuldet. „Unser Vater und Großvater haben einige Schlüsseltraditionen eingeführt, die wollen wir nicht über Bord werfen.“ So verzichtete beispielsweise der Großvater schon ab den 1950er Jahren auf den Einsatz von Herbiziden („Was er auf seinem Salat nicht wollte, wollte er auch nicht auf seinem Wein.“), das Auf- und Entsäuern der Weine sowie den Einsatz von Zucker. 2003 stellte Vater Sepp Mantler auf organisch-biologische Bewirtschaftung um – unter anderem aufgrund des Jahrhunderthochwassers entlang des Kamps im Jahr zuvor. „Die Flut 2002 war unser Ground Zero. Für unsere Eltern war klar, dass wir uns als Bauern stärker dazu verpflichten müssen, mit der Natur zu arbeiten, anstatt ihr etwas abzuringen.“

Ein weiterer Verdienst von Großvater und Vater ist der Erhalt der autochthonen Weißweinsorte Roter Veltliner, die seit den 1930 Jahren am Mantlerhof kultiviert und von Opa Josef Mantler als wahrscheinlich erstem Winzer überhaupt reinsortig ausgebaut wurde. Dazu kommt, dass ein Wachauer Vorfahre von Agnes’ und Josefs Mutter Margit Mantler-Ferstl einst den Neuburger entdeckte, „daher pflegen wir auch diese Rebsorte.“ Generell seien die alten österreichischen Sorten oft sehr hitze- und trockenresistent. „Roter Veltliner und Neuburger profitieren nicht vom Klimawandeln, sind aber zumindest resilient. Daher haben sie für uns neue Relevanz gewonnen.“

 

Eng mit dem Mantlerhof verbunden ist auch das Thema Einzellage. Sepp Mantler war einst Gründungsmitglied der Österreichischen Traditionsweingüter. Einige der Lagenweine werden seit den 1940ern gefüllt. „Was Herkunft anbelangt, sind wir ein bisschen freakig. Wein ist eines der wenigen Natur- und Kulturprodukte, die überall auf der Welt produziert werden. Mit jedem Glas Wein kann ich quasi eine kleine Weltreise machen.“

 

Was Agnes und Josef der Familientradition bereits selbst hinzugefügt haben, ist die Ganztraubenpressung als „dringend notwendige Anpassung an den Klimawandel“, wie Josef sagt. Zudem stellt das Duo gerade auf Biodynamie um und will in Zukunft stärker auf Late Releases setzen und den Alkoholgehalt weiter konsequent reduzieren. „Wenn uns das heuer im warmen Jahr 2024 gelingt, bin ich ziemlich zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

  • Größe: 15 ha
  • Wichtigste Rebsorten: Roter Veltliner, Neuburger, Grüner Sylvaner, Riesling, Grüner Veltliner, Gelber Muskateller
  • Zertifizierung: Bio (seit 20 Jahren), vegan, ÖTW
  • Wichtigste Lagen: Reisenthal (RV), Wieland (Riesling), Spiegel (GV)
  • Arbeit im Weingarten: viel Handarbeit
  • Arbeit im Keller: wenig Arbeit
  • Fässer: Edelstahl (oder manchmal Opas alte Holzfässer)
  • Exportanteil: 40%
  • Händler: Döllerer, Wein&Co

Weinbesprechung  Agnes und Josef Mantler
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
Beiträge  Agnes und Josef Mantler
0
    0
    Bestellung
    Der Warenkorb ist leer.zurück zum Shop