Christoph Neumeister

Weingut: Neumeister Ort: Steiermark

Christoph Neumeister erzählt von steilen Weingärten und aufwändiger Handarbeit, von Extremwetterlagen und Ertragseinbußen und stellt dann selbst jene Frage, die sich einem unweigerlich aufdrängt: „Warum ich Weinbauer geworden bin? Weil es keinen besseren Job gibt. Du bist oft überfordert, aber auch gefordert. Abwechslung ist etwas Großartiges für mich. Aber das Beste: Du machst etwas, was kein anderer kann. Wir sind Herkunfts- und Terroir-Winzer. Wir machen Wein, der nur von hier so schmecken kann. Das ist unsere größte Aussage und wenn man so will unsere einzige Chance, das alles positiv zu überstehen.“

 

Tatsächlich war es für Christoph einst nicht selbstverständlich das elterliche Weingut in Straden im steirischen Vulkanland zu übernehmen. 2000 stieg er schließlich doch ein („was klar und notwendig war, weil jede Arbeitskraft gebraucht wurde“), seit 2009 ist er in dritter Generation alleinverantwortlich. Die Weingärten werden seit 2013 biologisch bewirtschaftet, auch wenn das aufgrund der herausfordernden klimatischen Bedingungen und unzähliger kleiner Parzellen in Steillagen einen erheblichen Mehraufwand bei deutlich geringerem Ertrag bedeutet – allerdings auch eine massive Qualitätssteigerung. „Man braucht sich nur das Wetter der letzten 15 Jahre anschauen, dann weiß man, dass einem nichts anderes übrigbleibt, als mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Frage ist immer nur, wie bringt man Bio mit seinem Betrieb in Einklang? Die Betriebsgröße, die meine Eltern aufgebaut haben, ist nur bedingt für so ein System geeignet. Du brauchst ein großes Team.“

Christophs Weine sind elegant, animierend, komplex, tiefgründig „und niemals auf Vordergründigkeit gebürstet.“ Das waren die Weine auch schon nicht unter seinem Vater Albert Neumeister. „Das Vulkanland war immer dichter, voller, nicht so fruchtig und mit weniger Säure, als die Südsteiermark. Mein Vater hat das früh erkannt. Seine Weine haben anders geschmeckt, was gut war, weil er sich dadurch von der Südsteiermark abheben konnte.“ Das illyrisch-pannonische Mischklima erlaubt eine lange Vegetationsperiode und späte Lese, die in selektiver Handlese in kleine, 20 kg fassende Kisten erfolgt. Im Keller nutzt Christoph die Gravitation und lässt seinen Weinen vor allem Zeit. „Wir sind sehr penibel, was die Trauben anbelangt, aber relaxed, wenn sie im Keller sind.“

 

Dass sich Christophs Entschlossenheit und Unbeirrbarkeit bezahlt machen, zeigt sich mittlerweile am nationalen und internationalen Erfolg der Weine. „Wir hatten noch nie so viel Zuspruch aus der Branche wie jetzt. Offenbar haben wir was richtig gemacht. Aber keine Sorge, dass uns der Erfolg zu Kopf steigt – das Wetter erdet.“

  • Größe: 30 Hektar
  • Rebsorten: Sauvignon Blanc, Grauburgunder, Weissburgunder, Gelber Muskateller, Morillon, Traminer, Gemischter Satz, Pinot Noir, Zweigelt
  • Zertifizierung: organisch-biologisch von Lacon
  • Lagen: Saziani, Moarfeitl, Steintal, Klausen, Augenweide
  • Exportanteil: 45%
  • Arbeit im Weingarten: Die Topographie erlaubt nur selten großflächige Weingärten, sondern erzwingt kleine Parzellen mit ihren jeweils eigenen und unterschiedlichen Mikroklimata. Viele dieser Weingärten haben ein Alter von 50 Jahren und mehr erreicht und sind zum Teil noch Stockkulturen, was in eine aufwendige und manchmal unrentable Handarbeit mündet. Wir glauben aber an die Manifestation dieser komplexen und arbeitsintensiven Ausgangssituation in unseren Weinen und bewirtschaften diese Weingärten darüber hinaus seit 2013 organisch-biologisch. Unterstützt werden wir dabei von unseren zahlreichen langjährigen Mitarbeiter:innen.
  • Arbeit im Keller: Im Keller an sich passiert dann nicht mehr viel. Wir vertrauen – und beschränken uns – auf die zahlreich vorhandenen Inhaltstoffe der Trauben, die mittlerweile in den Saft übergeführt wurden. Eine spontane Vergärung mit wilden Hefen unterstützt die Individualität der einzelnen Weine und Lagen, dazu begleiten wir einen langsamen, fast gemütlichen Ausbau auf der Grob- und Feinhefe und ziehen die jeweiligen Weine dann zu dem für sie richtigen Zeitpunkt auf die Flasche.
  • Händler in Österreich: Morandell, Döllerer, Wein&Co, Gottardi, Wagner, Ammann, Del Fabro, Schenkenfelder, Wakolbinger, Delivino, Transgourmet, Ammersin, Vinofaktur, Loder, Frankowitsch, VinoVino, Zarbach u.a.

Weinbesprechung  Christoph Neumeister
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