Daniela Vigne und Toni Söllner

Weingut: Weingut Söllner Ort: Niederösterreich

Lebendigkeit. Das Wort kommt wie aus der Pistole geschossen, auf die Frage, worauf Daniela Vigne und Toni Söllner in ihren Weingärten Wert legen. Seit 1995 führt das Paar gemeinsam Tonis Familienweingut in Gösing am Wagram in fünfter Generation. Seit einigen Jahren ist auch Sohn Julian Vigne aktiv. Weil sie sich nicht ausschließlich als Winzerin und Winzer sehen, betreiben Daniela, Toni und Julian „als Hobby“ auch Ackerbau, sie bewirtschaften ihren eigenen artenreichen Mischwald, säen Blühflächen und pflegen Streuobstgärten – wohlgemerkt alles nach biologischen Richtlinien.

 

Auf diese Weise schafft das Trio eine vielfältige Kulturlandschaft und einen Boden, der langfristig fruchtbar und lebendig bleibt. Ideale Voraussetzungen also für einen Wein, der vor lebendiger Intensität nur so strotzt. „Ein Weingut ist mehr als eine Traubenproduktionsstätte. Wir sehen unseren Betrieb als komplexes Ganzes“, erklärt Daniela, die, apropos Hobby, nebenher auch noch ein kleines, feines Gästehaus in der ehemaligen Gösinger Greisslerei betreibt.

Tonis Vater gilt am Wagram als Visionär, „der immer innovativ war und Vieles ausprobiert hat.“ In den 1970er Jahren war er beispielsweise der erste, der in der Region mit Begrünung startete. Toni übernimmt den Pioniergeist seines Vaters und ist 1989 vermutlich der erste Wagramer Winzer, der die beinahe in Vergessenheit geratene autochthone Rebsorte Roter Veltliner wieder reinsortig ausbaut. 1994 startete das Vater-Sohn-Gespann erste Bio-Versuche „nach dem Trial and Error-Prinzip“, wie Toni sagt. „Damals fehlte einfach noch der Erfahrungsaustausch. Bio Austria hat dann zu Beginn der 2000er Jahre einen deutschen Berater für biologischen Weinbau nach Österreich geholt. Uwe Hoffmann hat uns sehr weitergeholfen und war auch später immer erreichbar, wenn wir Hilfe brauchten.“

 

Seit 2004 kommen auch biodynamische Präparate zum Einsatz. Der selbsterzeugte Kompost besteht aus Pferde- und Kuhmist von benachbarten Betrieben (im Gegenzug für Heu und Stroh von den eigenen Ackerflächen), Traubentrestern und Bio-Holzkohle. Zwischen den Zeilen und im Unterstockbereich wachsen verschiedenste Kräuter, Leguminosen und Blütenpflanzen, an den Böschungen Bäume, Stauden, Gräser und ebenfalls die vielfältigsten Blütenpflanzen. Anfallendes Stroh aus dem Ackerbau wird zum Mulchen verwendet.

 

Toni: „Der Humusaufbau ist definitiv gegeben, und das seit 30 Jahren – auf den Löss- genauso wie auf unseren Schotterböden.“ Welche positiven Auswirkungen diese Art der Landwirtschaft auf den Wein hat, muss an dieser Stelle vermutlich nicht weiter ausgeführt werden. Söllner Weine haben Seele und Charakter, sie sind glockenklar, fokussiert und leichtfüßig. Welche Wünsche bleiben da noch für die Zukunft? Daniela: „Das Ziel ist, in sich ruhend zu arbeiten. Dazu gehört auch, sich einfach mal in den Weingarten zu setzen und zu genießen. Geht es dir gut, geht es den Weingärten gut.“

  • Größe: 16 Hektar
  • Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner, Roter Veltliner, Riesling, Donauveltliner, Zweigelt, Versuchspiwis
  • Zertifizierungen: biologisch
  • Wichtigste Lagen: Gösinger Lagen: Berg Eisenhut, Hengstberg, Fumberg, Weelfel, Goldberg
  • Arbeit im Weingarten: biologischer Weinbau seit 1995 (anerkannt seit 2000) mit Anwendung der biodynamischen Präparate, Dauerbegrünung mit Strohmulch (Stroh aus der eigenen biologischen Landwirtschaft) in jeder 2. Fahrgasse, kein offener Boden (nur für Anbau neuer vielfältiger Begrünung alle drei Jahre), Unterstockbegrünung ab dem 4. Standjahr. Seit 30 Jahren Humusaufbau mit Terra Preta und Strohmulch. Stockabstand 2,7 bis 3×1 m, sanfter Rebschnitt, Hagelnetze zum Schutz vor Reh, Vögel und Hagel. Perfekte, maschinelle Ernte bei ca. 70 % der Fläche in den frühen Morgenstunden kühl und gesund.
  • Arbeit im Keller: Im Keller heißt es den Aromareichtum unserer Trauben durch die Hefe in charaktervollen und harmonischen Wein umwandeln zu lassen. Die Trauben für unsere Weine werden entweder händisch oder mit einer beeindruckend gut arbeitenden Lesemaschine geerntet. Ohne zu pumpen werden die Trauben & Beeren weiterverarbeitet. Entweder werden die Trauben schonend gerebelt und die Beeren mit unserer Sortiermaschine von Kämmen, Insekten und schadhaften Beeren mittels Luftstrom befreit oder direkt in die Presse geleert. Anschließend erfolgt die schonende, pneumatische Pressung in unserer 4000 Liter Presse mit je nach Weintypus verschieden langer Maischestandzeit. Dem Most wird bei Bedarf Bentonit (gereinigte Tonerde), zur Entfernung von Eiweiß und eventuell pflanzliches Erbsenprotein zur Gerbstoffkorrektur zugesetzt. In manchen Jahren ist es auch notwendig dem Most ein wenig Schwefel und gereinigte Holzkohle zuzusetzen um die Reintönigkeit zu gewähren. Der Traubenmost mit dem Feintrub (bindet die wertvollen Fruchtaromen) vergärt langsam mit unseren eigenen Hefen und teilweise Bio-Hefen in unseren Edelstahltanks, Steinzeug-Behältern bzw. in großen Holzfässern. Die Rotweinbeeren werden in Maische-Gärtanks für 2-4 Wochen vergoren, um Farbe und Geschmack besser auszulaugen. Nach der Gärung erfolgt je nach Weintyp ein längerer oder kürzerer Ausbau auf der Hefe bzw. Feinhefe.
  • Reifung der Weine: Der Faktor Zeit spielt in unserem Keller eine wichtige Rolle. Die jungen Weine reifen je nach Typ länger oder kürzer auf der Hefe bzw. Feinhefe. Bei der hofeigenen Füllung werden die meisten Weine mit Zellstofffiltern gefiltert und steril von der Feinhefe weg abgefüllt, manche Weine werden auch ohne Filtration direkt in die Flaschen gefüllt. Unser Rotwein reift in kleinen und größeren Eichenfässern um an Harmonie und Reife zu gewinnen.
  • Fässer: Edelstahltanks, Holzfässer 1.000 bis 4.000 Liter, Steinzeugbehälter, 500 Liter Eichenfässer für Rotwein.
  • Exportanteil: 50 %
  • Händler in Österreich: Anna am Markt, Der Weinladen, Orange & Natural Wines, Pub Klemo, Biohof Adamah, Weritas, GAIA Manufaktur, Vini Mediterranee, Blumen & Wein Lanik, Winemonkeys, Die Genusskramerei, Getränke Wagner Handels GmbH, Kablu Cafe & Weine e.U., Wieser Kolarik + Leeb GmbH, GRÜNER VELTLINER, Feine Weine Oskar Ammann, Egon Wille Getränkegroßhandel und Transporte GmbH

Weinbesprechung  Daniela Vigne und Toni Söllner
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
Beiträge  Daniela Vigne und Toni Söllner
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