Seit Jahrhunderten formt Dr. Bürklin-Wolf Spitzenrieslinge aus Wachenheims besten Lagen – und sicherte sich damit seinen Ruf als Vordenker und Wegbereiter prägender Qualitäts- und Herkunftsentwicklungen im deutschen Weinbau.
Wer durch die Lagen der Mittelhaardt geht, bewegt sich auf historischem Boden. Forst, Wachenheim, Deidesheim, Ruppertsberg – Namen, die seit Jahrhunderten für große Rieslinge stehen. Kaum ein Weingut hat dieses Erbe so konsequent und wertschätzend weitergedacht wie Dr. Bürklin-Wolf.
„Uns geht es darum, ein Kirchenstück abzufüllen – nicht einfach einen trockenen Riesling“, sagt Geschäftsführer Steffen Brahner. Ein Satz, der viel über das Selbstverständnis des Hauses erzählt, das seit 1990 von Bettina Bürklin-von Guradze geleitet wird: Hier steht nicht die Rebsorte im Mittelpunkt, sondern die Lage. Und das schon seit Generationen.
Die Wurzeln des Weinguts reichen bis ins Jahr 1597 zurück. Schon früh erzielten die Weine Höchstpreise auf Auktionen, die Lagen der Mittelhaardt galten als die wertvollsten Deutschlands. Herkunft war damals selbstverständlich – lange bevor sie im modernen Weinbau wiederentdeckt wurde. Die Rückbesinnung auf das Terroir begann bei Bürklin-Wolf bereits in den 1990er-Jahren. Nach burgundischem Vorbild stellte man die Lagen wieder ins Zentrum und führte als eines der ersten deutschen Weingüter eine eigene Klassifikation ein. 1994 wurde der erste Grand Cru abgefüllt – ein Schritt, der den Betrieb bis heute prägt. Parallel dazu folgte die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung. Seit 2005 arbeitet das Weingut vollständig nach diesen Prinzipien. „Wir legen einen immer größeren Fokus auf die Böden“, so Brahner. Gerade im Umgang mit Klimawandel und Wasserverfügbarkeit zeigt sich, wie entscheidend diese Arbeit ist. Denn schließlich kann im Keller nur das erhalten werden, was an Qualität im Weinberg entsteht.
Über all dem steht ein kompromissloser Sortenfokus: Riesling, trocken, herkunftsgeprägt. Eine klare Handschrift, die sich durch das gesamte Sortiment zieht – vom Gutswein bis zum Grand Cru. Mit jeder Stufe wird die Lage präziser, die Herkunft deutlicher. Dabei denkt man bei Bürklin-Wolf stets weiter. Große Teile der Weine werden gezielt zurückgehalten, um ihr Reifepotenzial auszuschöpfen. Denn ein großer Riesling erzählt nicht nur vom Ort, sondern auch davon, wie er sich über die Zeit entwickelt. So bleibt Bürklin-Wolf in Bewegung – zwischen Tradition und Fortschritt, Erfahrung und Neugier. Oder anders gesagt: eine Riesling-Klasse für sich.
- Größe: 85 Hektar
- Wichtigste Rebsorten: Riesling
- Zertifizierungen: Biodyvin (als einzig deutsches Weingut), EU-BIO, Fair Choice
- Wichtigste Lagen: Ruppertsberger Gaisböhl (Monopollage), Ruppertsberger Reiterpfad, Forster Kirchenstück, Forster Pechstein, Forster Ungeheuer, Deidesheimer Langenmorgen, Deidesheimer Hohenmorgen, Wachenheimer Gerümpel, Wachenheimer Rechbächel (Monopollage), Wachenheimer Schlossberg
- Arbeit im Weingarten: Biodynamische Bewirtschaftung seit 20 Jahren, Biodyvin zertifiziert seit 2008
- Arbeit im Keller: Ganztraubenpressung (pneumatisch), Spontangärung, „kontrolliertes Nichts-Tun“
- Fässer: Halbstück-, Stück-, Doppelstückfässer Anteil Holz gesamt: 60%, Stahl 40%
- Exportanteil: 25%
- Händler: Döllerer in Österreich (exklusiv), Gerstl Weinselektionen und Baur au Lac in der Schweiz, Schlumberger, Riegel Bioweine, Weinfurore (München), Lobenberg, BASF Weinkeller, Kölner Weinkeller, Löffelsend (Berlin), Pinard de Picard