Lorch-Lagen, die lange im Schatten standen, strahlen dank Alexander Schregel jetzt weltweit – und bringen endlich die Magie des Rheingaus zurück in die Flasche.
Nein, das um sich greifende Rheingau-Bashing hat bei uns keinen Platz. Sollen sich andere dem Irrglauben hingeben, dass dieses altehrwürdige Anbaugebiet keine lebendigen Weine liefert. Wir wissen es deswegen besser, weil wir Winzer wie Alexander Schregel am Radar haben. 2021 füllte er seinen ersten Jahrgang ab – und zeigte: Lagen wie Lorch Schlossberg oder Rüdesheim Berg Roseneck sind wie gemacht für straffe Herkunftsweine, die mit einem unverwechselbaren Säurenerv großes Terroir ausdrücken.
Schregel ist seit Jahren hauptberuflich beim Weingut Leitz tätig, den Traum vom eigenen Weingut baute er sich Schritt für Schritt daneben auf. „Als mir dann Lagen in Lorch oder Rüdesheim angeboten wurden, musste ich einfach zugreifen.“ Das Ziel war von Anfang an klar: Diese Lagen nicht nur ungeschminkt, sondern auch vergleichbar auszudrücken. Das beginnt natürlich mit naturnaher Arbeit im Weingarten, mit viel Begrünung, eigenem Kompost und einigen Methoden aus der Biodynamie. „Die Vergleichbarkeit versuche ich mit möglichst einfachen Methoden bei der Vinifizierung zu erreichen: Ganztraubenpressung, ein Abstich vor der Füllung, keine Filtration – und 100 Prozent Edelstahl, damit die Lage möglichst viel ausdrücken kann.“ Und was die jeweilige Lage ausdrückt, beeindruckt Riesling-Aficionados und Sommeliers mittlerweile auch weit außerhalb des Rheingaus: Die Exportquote der Schregel-Weine liegt bei 90 Prozent. „Mein Eindruck ist, dass die vergleichsweise unbekannten Lorch-Lagen endlich neu entdeckt werden“, freut sich Schregel. „Durch die frühe Lese versuche ich, die Kühlheit dieser Lagen zu unterstreichen – aber letztlich ist es die Zeit im Keller, die dem Wein seinen wahren Ausdruck gibt. Was ich jedes Mal faszinierend finde, ist zu beobachten, wie der Wein mit der Zeit die Lage immer präziser ausdrückt. Da passiert dann das, was wirklich die Magie des Weins ausmacht – und jenseits vom Einflussbereich des Weinmachens liegt.“
- Größe: 4 Hektar
- Wichtigste Rebsorte: Riesling
- Zertifizierungen: Keine, naturnahe Bewirtschaftung mit biodynamischen Elementen
- Wichtigste Lagen: Lorch: Schlossberg, Kapellenberg, Bodental-Steinberg; Rüdesheim: Berg Roseneck, Bischofsberg; Hallgarten: Hendelberg
- Arbeit im Weinberg: Viel Begrünung, eigener Kompost, biodynamische Methoden
- Arbeit im Keller: Ganztraubenpressung, ein Abstich vor der Füllung, unfiltriert abgefüllt
- Fässer: 100 % Edelstahl
- Exportanteil: 90 %
- Händler (Deutschland): Florian Fine Wine, Echo Wines, Korkenkonzept, Genusszimmer, Ursprungwein, K&M Gutsweine