Hannes Harkamp

Weingut: Harkamp Ort: Steiermark

„Man muss das Risiko lieben, wenn man mit dem konventionellen Weinbau bricht“, stellt Hannes Harkamp fest. Als er in den 90er-Jahren das Weingut seines Vaters („der Papa war mehr Wirt als Winzer“) übernahm, war klar: Der Betrieb soll als Premium-Weingut positioniert werden und dafür braucht es die besten Trauben aus den besten Weingärten des südsteirischen Sausals. Sukzessive erwarb der Winzer begehrte Heimatböden am Flamberg und Kogelberg. Heute führt er mit seiner Frau Petra eine der renommiertesten Sektmanufakturen des Landes mit der Prämisse, die Sulfit-Zugaben behutsam zu reduzieren, um die Bekömmlichkeit zu verbessern. Auf jeder Flasche Harkamp-Sekt steht das Degorgierdatum am Rückenetikett. Da das Ehepaar stets in kleineren Chargen degorgiert, lagern manche Sekte länger als die gesetzlich vorgeschriebene Dauer für österreichischen Sekt auf der Hefe.

Feines Gespür für Versektung

„Mein Antrieb ist, Dinge zu tun, die andere nicht tun. Ich bin sehr wissbegierig und möchte mich eigentlich ständig weiterentwickeln“, so Harkamp. „Ich manifestiere meine Ideen anfangs schriftlich und suche erst danach den Austausch“, gesteht der augenscheinlich introvertierte Familienvater, der Musik und Fotografie zugetan ist. Künftig soll das Produktsortiment von Weingut und Sektmanufaktur allerdings verschlankt werden. Keine Lohnversektung mehr, stattdessen Lean Management im Sprudel-Business. Wie geht das mit Harkamps Unruhezustand einher? „Ich habe bemerkt, dass ich selbst kein Konsumtyp bin und die Konzentration auf das Wesentliche wird uns alle in den nächsten Jahren in so vielen Lebensbereichen begleiten.“  

 

  • Größe: 20 Hektar (mit 11 unterschiedlichen Rebsorten!)
  • Wichtigste Rebsorten: Pinot Noir, Muskateller, Sauvignon blanc
  • Zertifizierung: Biodynamisch (seit 2015), Demeter-zertifiziert (seit 2019)
  • Wichtigste Lagen: Oberburgstall (Flamberg), Kogelberg,
  • Wichtigste Böden: Schiefer, Muschelkalk
  • Arbeit im Weingarten: Netzschwefel, Kupfer im Durchschnitt 1,5 – 2 kg/ha p.a., Hornmist bzw. -kiesel, Teeauszüge, Kompost; u.a. mit Schafen bewirtschaftet
  • Arbeit im Keller: Sekt: Biozucker + Sekthefe für die 2. Vergärung in der Flasche, keine oder geringe Sulfitgabe bei der Degorgierung; Wein: keine oder geringe Sulfitgabe bei der Füllung
  • Fässer: kaum neues Holz, 500-Liter-Fässer und größer aus Österreich bzw. Frankreich
  • Exportanteil: ca. 15% (vorrangig deutschsprachiger Raum)
  • Händler: Wein & Co, Morandell, Rieger Weine, Vinofaktur, Die Höllerei, Ab-Hof-Verkauf für Gastro
Weinbesprechung  Hannes Harkamp
  • 5 Jahre auf der Hefe! Belohnt wird man mit einem filigranen, expressiven und tiefgründigen Trinkerlebnis, bei dem schon der Grundwein herausragend ist.

    5 Elemente Große Reserve
    2015

  • Der richtige Stoff, um zu feiern! Wir feiern das Sausal und dass man die Atmosphäre und den Geschmack der Region in ein Glas füllen kann.

    Brut Reserve

  • Spielerisch und leicht tanzt der Solera über den Gaumen. Der Weißburgunder wird vom Zweigelt unterstützt. Die leichte Süße macht so richtig Spaß!

    Solera Reserve

  • Frisch und knackig, perfekt für den Sommer. 24 Monate auf der Hefe. Großer Trinkspaß und viel zu schnell leer getrunken.

    Zero Dosage

  • Die Kargheit des Bodens springt einem schon in der Nase entgegen. Am Gaumen setzt sich die Salzigkeit fort, gepaart mit reifer Steinfrucht und Kamille.

    Grauburgunder Ried Oberburgstall Südsteiermark DAC
    2019

  • Ein Wein, den man als Parfüm tragen sollte. Pfirsich, Zigarrenbox und eine traumhafte Kargheit. Jetzt trinken? Liegen lassen? Schwere Entscheidung.

    Morillon Kogelwenzel
    2019

Beiträge  Hannes Harkamp