Johannes Nehrer

Weingut: Weingut Nehrer Ort: Eisenstadt

Seit dem 17. Jahrhundert besitzt die Familie Nehrer Weingärten in St. Georgen, einem Ortsteil von Eisenstadt an den Südosthängen des Leithaberges. Johannes Nehrer führt die dritte Generation an, die Wein auch in Flaschen abfüllt. Er gehört zu jenen Typen, die sich gründlich auf diese Aufgabe vorbereitet haben. Auf die Ausbildung an der Weinbauschule Klosterneuburg folgte das Studium der Lebensmittel und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. 2020 übernahm Johannes den rund 20 Hektar großen Betrieb.

 

Der Fokus liegt darauf, den Weinbau zukunftstauglich aufzustellen. „Ich bin ein Nerd, wenn es um Pflanzengesundheit geht und versuche durch Stressreduktion und mit Hilfe von stresssenkenden Maßnahmen den Pflanzenschutz auf ein Mindestmaß herunterzufahren. Wir arbeiten mit Direktsaat und haben – trotz der biologischen Anbauweise – relativ wenige Traktordurchfahrten.“

In den Lagen Feurer, Krainer und Poschen werden vor allem Blaufränkisch und Chardonnay kultiviert. Johannes Nehrer ist der Überzeugung, dass gerade diese Rebsorten ihre Herkunft am besten vermitteln können. „An den Südosthängen des Leithabergs  findet man ein geniales Mikroklima. Es ist eher kühl, es gibt eine stabile Grundfeuchtigkeit und wir sind von drei Seiten von Wald umgeben.“ Diese Bedingungen ermöglichen eine physiologische Reife der Trauben, die den Grundstein für frische und elegante Weine legt. „In unseren Weinen verbindet sich eine kühle Stilistik mit einer strukturgebenden Säure.“

 

Im Keller dominiert das Holzfass. „Ich liebe Holz, weil es ein lebendiger Rohstoff ist. Daher vergären und lagern 90 Prozent unserer Weine in Holzfässern unterschiedlichster Größe.“ Auch beim Vinifizieren überwiegt der Blick auf die Herkunft, wenngleich Johannes sein analytisches Denken nicht verleugnet. „Als studierter Lebensmittel- und Biotechnologe versuche ich die Parameter so zu lesen, dass wir dem Jahrgang und der Situation entsprechend arbeiten. Wesentlich ist, dass wir klare und elegante Weine ohne Fehler in die Flasche bringen.“

 

Mit Blick in die Zukunft spricht der Winzer von Kreislaufwirtschaft, der Funke zur Biodynamie müsste allerdings erst auf ihn überspringen. „Ich will mich wirklich fundiert mit der Präparate-Lehre auskennen, bevor ich Schritte in die Richtung setze.“ Schon jetzt aber laufen im Weingut Nehrer Schafe durch die Weingärten und der Kompost wird selbst gemacht. „Der Umgang mit Grund und Boden ist elementar. Der Leithaberg und da vor allem St. Georgen ist ein einzigartiges Terroir. Das so gut wie möglich zu bewahren und so pur wie möglich in die Flasche zu bringen, ist unser Credo.“

  • Größe: 20,7 Hektar ertragsfähige Fläche
  • Wichtigste Rebsorten: Blaufränkisch (7 ha), Chardonnay (5,5 ha), Zweigelt (noch 2,5 ha), Welschriesling (2 ha), Merlot (1,2 ha)
  • Zertifizierungen: Bio
  • Wichtigste Lagen: Feurer, Krainer, Poschen (Subriede vom Krainer, 90% Schiefer), Hummelbühel, Flachgraben, Kogel, Viehtrift
  • Arbeit im Weingarten: Wir machen sehr viel mit der Hand, wir sind 5 junge motivierte Jungs, die alle wichtigen Arbeiten selbst übernehmen – vom sanften Rebschnitt nach Simonit&Sirch, übers Ausbrechen der überzähligen Triebe bis hin zum Entblättern und Ausdünnen (das kombinieren wir dann oft gleich mit Verjus-Lese). Wir machen den Boden mittlerweile seit 2 Jahren nicht mehr auf, außer im Zwischenstockbereich. Wir arbeiten mit Direktsaat und haben relativ wenige Traktordurchfahrten, trotz der biologischen Anbauweise. Ich bin ein bisschen ein Nerd wenn es um Pflanzengesundheit geht und versuche durch Stressreduktion und mit Hilfe von stresssenkenden Maßnahmen den Pflanzenschutz runterzufahren und das funktioniert ganz gut.
  • Arbeit im Keller: soviel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Alle unsere Weine sedimentieren natürlich oder wir schicken sie gleich mit Trübung in die Gärung. Gärung passiert spontan (außer in Extremjahren), als studierter Lebensmittel- und Biotechnologe versuche ich die Parameter so zu lesen, dass wir dem Jahrgang entsprechend arbeiten. Das kann in manchen Jahren ganz ohne Schwefel sein und in manchen brauchen wir eben ein bisschen was. Ich liebe Holz, weil es ein lebendiger Rohstoff ist und entsprechend vergären und lagern 90 % unsere Weine in Holzfässern unterschiedlichster Größe; das meiste aber im österreichischen Holz und mit wenig Toasting. Wir ziehen die Weine nicht von der Grobhefe, außer es wird uns zu reduktiv (und das kommt selten bis nie vor). Auch da hilft mir mein Studium zu verstehen, was wann gemacht gehört um auch die Prozesse, die im Wein vorgehen entsprechend zu verstehen und zu deuten (Gärung und Malo sowieso, aber auch sowas wie Reduktion oder Oxidation). Wir versuchen mit leichten Eingriffen (Lüften oder Aufrühren der Grobhefe) entgegenzusteuern. Die Füllung passiert bei den leichten Weinen im März, bei den Top-Weinen im August/September, Rotweine immer unfiltriert. Weißweine meist grobfiltriert, da ich ein großer Fan der Leithaberger Idee bin und wir ohne klare Weine keine Prüfnummer bekommen (ein anderes Thema). Unsere Weine sollen puristisch und dem Boden und Jahrgang entsprechend in die Flasche kommen. Der Leithaberg und da vor allem St. Georgen ist ein einzigartiges Terroir und das so pur wie möglich wiederzugeben, ist unser Credo.
  • Fässer: Alles über 500 Liter sind Pauscher Fässer. Die Fässer werden im Keller zusammen gebaut, da wir keinen Aufzug haben, der groß genug ist, um sie anders hinunter zu bekommen. Für alle Weine mit typischer St. Georgener Stilistik im Top-Bereich: Stockinger 500er oder kleiner. Für Reserven bei Merlot, Pinot Noir, Sauvignon Blanc etc. kaufen wir uns dann auch französische Fässer für die einmalige Gelegenheit und da meist François Frères.
  • Exportanteil: aktuell ca. 30%, aber stark steigend (2021 waren wir bei 7%)
  • Händler: Neururer Getränke in Vomp, Weinturm in Linz, Weinkistl in Saalfelden, Dafner in Neukirchen an der Enknach, Wild Weine in Siegendorf, Telser Markus in Gampern, be.wine in Wien, Travino AG in Riedholz (Schweiz), Suedhang in Zürich (Schweiz), We1ns (eigentlich mehr Weinbar, aber auch ein bisschen B2B) in Erding (Deutschland), Zerres Gourmet in Bremen (Deutschland), Vina Bars in Riga (Lettland), LetMeWine in Helsinki (Finnland), Tasting Table in Budapest (Ungarn), Twoja Winnica in Warschau (Polen), Veritable Wine Estates in den USA, Vinicolor in Montreal (Canada), Bouquet 17 Vinhandel AB in Goeteborg (Schweden)

Weinbesprechung  Johannes Nehrer
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
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