Katrin Lautner

Weingut: Katrin Lautner Ort: Burgenland

Der Vorteil, wenn man ein Weingut von Grund auf neu und ohne Tradition im Hintergrund startet? „Mir redet keiner ein, was ich wie zu machen habe“, schmunzelt Katrin Lautner. Die Neo-Winzerin und Quereinsteigerin bewirtschaftet seit 2021 ihre eigenen Weingärten am Fuße des Ödenburger Gebirges im Mittelburgenland. Aufgewachsen in der Region, begleitet sie das Thema Wein von klein auf. „Mein Opa hat zu besonderen Anlässen immer gereifte, mittelburgenländische Weine aufgemacht. Als ich alt genug war, um mittrinken zu dürfen, war ich fasziniert von dem Geschmack.“

 

Nach ihrer Zeit als Austauschschülerin in Kalifornien widmete sich Katrin in ihrer Maturaarbeit den Unterschieden zwischen österreichischem und kalifornischem Weinbau und tauchte damit tiefer in die Materie ein. Es folgte das Weinbau-Studium an der BOKU in Wien, ein Praktikum am Weingut Sommer in Donnerskirchen („Danach war klar, dass ich Winzerin werden will.“) und eines in Neuseeland „in einem Betrieb mit Hunderten Hektar Weingärten und 100.000 Liter Tanks. Es war ein schlechter Jahrgang und die Trauben waren kaum aus der Lesemaschine, wurden sie schon mit diversen Zusätzen behandelt. Das war surreal. So wollte ich Wein nicht machen.“

Zurück in Österreich half sie am Weingut von Markus Altenburger bei der Lese. „Das war mein erster Kontakt mit Naturwein. Ich war dann insgesamt fünf Jahre bei Markus, durfte auch im Keller und Büro mitarbeiten und habe so einen Überblick bekommen, was zum Weinmachen alles dazugehört.“ 2019 vinifizierte sie aus Trauben von Markus Altenburger ihren ersten Wein – den Welschriesling „Wilde Karotte“ – nach der Methode Macération carbonique. 2021 pachtete sie ihren ersten Hektar, 2023 eineinhalb weitere. Beide Weingärten waren bis dato auf Ertrag ausgelegt, der erste Hektar aber zumindest biologisch bewirtschaftet. „Das war ein Glück, die Bio-Rate ist im Mittelburgendland sehr niedrig. Trotzdem kämpfe ich noch mit der fehlenden Biodiversität. Der Ertrag ist nach wie vor zu hoch.“ Katrin setzt im Weingarten auf Begrünungen, sanften Rebschnitt, pflanzliche Tees und einen ungestörten Wuchs im Sommer. Im Keller arbeitet sie mit der Schwerkraft und lässt ihre Weine mal mehr, mal weniger lang auf der Maische, im Fass oder in der Flasche. Der Großteil der Arbeiten passiert in Handarbeit.

 

„Darum will ich auch nicht größer werden. Jahr für Jahr lerne ich dazu und natürlich geht das eine oder andere Fass auch mal schief, aber so entwickle ich mich weiter.“ Was die Weine generell auszeichnet, ist ihre Leichtigkeit. „Manche beschreiben sie auch als schüchtern. Ich bin selber eine ruhige Person, das dürfte sich im Wein widerspiegeln. Grundsätzlich versuche ich eine schöne Eleganz hineinzubekommen und wenig Alkohol zu erzielen. Also das Gegenteil von dem, was man bisher vom Mittelburgenland gewohnt war.“

  • Größe: 2,5 Hektar
  • Wichtigste Rebsorten: Blaufränkisch
  • Zertifizierungen: BIO
  • Wichtigste Lagen: Zinnersack, Spiegelberg Neckenmarkt
  • Arbeit im Weingarten: biologisch mit Fokus auf Erhaltung der Biodiversität. Sanfter Rebschnitt, Grünarbeit alles von Hand von mir mit Hilfe meiner Familie.
  • Arbeit im Keller: so naturnah wie möglich: Spontangärung, minimale SO2 Zugabe vor der Füllung (ca. 10-15mg/l), keine Filtration, langer Hefekontakt (bis zur Füllung nach meistens einem Jahr). Ich spiele gerne mit der Maceration Carbonique bei Weiß und Rot um leichte trinkige und vor allem elegante Weine herzustellen. Abfüllung per Hand und Schwerkraft.
  • Fässer: gebrauchte Eichenfässer (225l, 500l, 1200l, 1400l)
  • Exportanteil: 80%
  • Händler: Maelstrom Québec, 8greenbottles Berlin, High Five Selections Portland OR und gerade noch am Aufbau

Weinbesprechung  Katrin Lautner
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
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