Fred Loimer

Weingut: Loimer Ort: Niederösterreich

Es war schon immer die Neugier, die Fred Loimer dazu verleitete, im Weinbau öfters mal neue Wege zu gehen – oft auch gegen den Mainstream. Die Frage „Ist das jetzt schon alles?“ befeuerte stets die Suche nach Möglichkeiten für eine neue Qualität des Weins. Als Anfang der 2000er Jahre die Weine schließlich weltweit immer ähnlicher wurden und in jedem Keller immer mehr von der gleichen Technologie zum Einsatz kam, begann in ihm ein Gedanke zu reifen: „Ich wollte individueller werden, wollte mehr Charakter im Wein. So bin ich auf die Biodynamie gekommen.“ Loimer liest sich ein und kommt durch einen Hinweis auf den biodynamischen Berater Andrew Lorand. Der Rest ist respekt-BIODYN Geschichte. „Andrew war 2005 einen Tag bei mir. Er hat mir die Metamorphose der Pflanzen aufgezeichnet und Zusammenhänge der Natur erklärt. Ich habe noch am selben Abend beschlossen umzustellen.“ Bereut hat er diesen Schritt bis heute nicht. Im Gegenteil: Loimers Begeisterung für die Landwirtschaft wurde dadurch noch verstärkt. „Wir wussten, dass die Fehler bei uns liegen und wir besser werden müssen. Selbst als die Peronospora 2008 schwerste Schäden verursacht hat. Es ist nur eine Frage der Schlagkraft und Logistik, zeitgerecht die richtigen Schritte zu setzen, dann lässt sich auch das handhaben.“

Loimer mal Zwei

2004 war es abermals die Neugier, die Fred Loimer leitet: und ihn geradewegs nach Gumpoldskirchen in die Thermenregion führt, wo er das Weingut Schellmann übernimmt. Seither gibt es Loimer mal Zwei. Und damit auch doppelt so viele Ideen für die Zukunft. „Die Grundidee der Biodynamie ist es, eine Hofindividualität zu erreichen, sprich das Weingut als geschlossenen Betriebsorganismus zu begreifen, der möglichst alle Elemente der landwirtschaftlichen Produktion selbst hervorbringt. Das ist eine nie endende Spielwiese für uns.“ Und auch hinsichtlich des Klimawandels denkt der Visionär bereits einen Schritt weiter: „Die Biodynamie ist im Prinzip ein Ansatz, um dagegen zu wirken, weil man wesentlich mehr versucht, die Jahreszeiten zu durchleben. Das zu perfektionieren ist mit Sicherheit etwas, um dass wir uns Jahr für Jahr bemühen. Gleichzeitig haben wir begonnen mit PIWI-Sorten zu arbeiten. Dann haben wir eine Alternative.“

 

  • Größe: 70 Hektar (Kamptal), 10 Hektar (Thermenregion)
  • Wichtigste Rebsorten: Im Kamptal Grüner Veltliner und Riesling, Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Blanc, Zweigelt und Pinot Gris. In der Thermenregion Pinot Noir, Zierfandler, Rotgipfler, Chardonnay, Muskateller, Traminer, St. Laurent und Zweigelt
  • Zertifizierung: Nachhaltig Austria (seit 2019), Biodynamisch (seit 2009), respekt-BIODYN (seit 2006, Gründungsmitglied), Biologisch-organisch (seit 2009), Österreichische Traditionsweingüter (seit 1992)
  • Wichtigste Lagen: Kamptaler Toplagen Loiserberg, Käferberg, Steinmassl 1ÖTW, Seeberg und Berg Vogelsang in und rund um Langenlois sowie Ried Heiligenstein 1ÖTW in Zöbing. In der Thermenregion Verwendung der Fantasienamen Gumpold und Anning für Lagen in und rund um Gumpoldskirchen
  • Wichtigste Böden: Im Kamptal im Norden Gneis und Glimmerschiefer, am Heiligenstein Sandstein und im Süden Löss. In der Thermenregion Kalkschotter mit Meeressedimenten und Ton
  • Arbeit im Weingarten: Biodynamische Bewirtschaftung nach respekt-BIODYN. 100% Handarbeit und -lese, sanfter Rebschnitt. Wahrung und Förderung der Biodiversität. Einsatz von Kompostpräparaten, Hornmist und Hornkiesel, Auszügen und Tees
  • Arbeit im Keller: Spontangärung durch natürliche, im Weingarten und im Keller vorkommende Hefen. Reifezeit abhängig vom Fass, Kamptaler Herkunftsweine aus Grüner Veltliner und Riesling kommen aber tendenziell schon Ende März/Anfang April in die Flasche, Sekt erst vor der nächsten Ernte, und Lagen- und Naturweine sowie große Sekt-Reserven erst nach zwei Winter. Umgang mit Hefen ist Jahrgangsabhängig. Keine schwefelfreien Weine, aber sorgsamer Einsatz
  • Fässer: Edelstahltanks, Holzfässer (überwiegend Stockinger) aus Eiche, einige wenige auch aus Akazie, Tonamphoren (Quevris)
  • Exportanteil: 70 Prozent
  • Händler: Zahlreiche Weinhändler und Vinotheken verteilt in ganz Österreich, Liste online einsehbar oder gerne auch persönlich zu erfragen
Weinbesprechung  Fred Loimer
  • Viel besser geht es kaum! Super Säure, sehr animierend, feine Fruchtanklänge, gefolgt von brotigen Aromen, die den Wein sehr füllend und straff rüberbringen.

    Extra Brut Reserve

  • Ein fantastisches Säure-Restzucker-Spiel! Eleganter Rosé, schmeichelnd und schöner Druck am Gaumen. Extreme Feingliedrigkeit. Ganz groß!

    Brut Rosé Reserve

  • Herrliche Veltliner-Aromatik, gelber Apfel und Birne. Super Mineralität, die von der Nase bis zum Gaumen geht und dort lange Freude macht.

    Langenloiser Grüner Veltliner
    2020

  • Perfekter Sortenvertreter! Strahlende Nase, leicht unreife Marillen, weiße Blüten, dezente Minze. Herrlich integrierte Säure mit schönem Nerv. Mehr davon!

    Langenloiser Riesling
    2020

  • Eigenständige Interpretation der Rebsorte! Ein Weißwein mit Rotwein-Anklängen. Äußerst intensive Farbe, Waldbeeren und viel Gerbstoff. Gelungen!

    Ruländer mit Achtung
    2016

  • Perfekt zum Essen oder einfach für Zwischendurch. Honig, Rosen, Würze und Liebstöckel in der Nase. Leichter Schmelz und sehr trocken. Sehr fein gemacht.

    Gemischter Satz mit Achtung
    2016

Beiträge  Fred Loimer