Lucas Pichler

Weingut: Weingut F.X. Pichler Ort: Niederösterreich

Auch wenn das Weingut F.X. Pichler heute bereits in siebenter Generation von Lucas und seiner Frau Johanna geführt wird, begann der Aufstieg vor gar nicht allzu langer Zeit. 1971 setzt Franz Xaver Pichler die Grundpfeiler des Weinguts und damit alles auf eine Karte. Aus der gemischten Landwirtschaft wächst der Betrieb in den kommenden Jahrzehnten von 1,8 auf rund 20 Hektar an. Mit monumentalen Weinen macht man sich einen Namen und ist Fixstarter auf den besten Weinkarten weit über Österreichs Grenzen hinaus. Ab 1999 hat Lucas die Vinifikation übernommen, seit 2009, als das neue Weingut in den Weinbergen vor Dürnstein gebaut wurde, auch die Betriebsführung. Sein Vater kümmert sich seither akribisch um die Weingärten.

 

„Grundsätzlich wächst bei uns fast die Hälfte auf Terrassen.“ Das ist die Besonderheit der malerischen Wachauer Lagen in unmittelbarer Nähe zur Donau. Die Terrassen wurden hier zum Teil bereits im Mittelalter angelegt, um die landwirtschaftliche Nutzung an den steilen Hängen möglich zu machen. „Das ist der Unterschied zwischen Kulturlandschaft und Naturlandschaft. Wir haben uns diese wunderschönen Lagen zu Nutze gemacht, um die besten Weine zu kultivieren.“ Ganz konkret gesprochen stehen die Weine der Pichlers zu je einem Drittel in der Ebene, am Hangfuß und auf Urgestein-Terrassen, die nur per Hand bewirtschaftet werden können. Welchen großen Stellenwert die Terrassen- und Hangfußlagen haben, erkennt man daran, dass in erster Linie ihnen die Lagenwein-Bezeichnungen zukommen.

„Wenn man an Terroir denkt, ist der Unterschied am Berg viel größer. Auf Grund der unterschiedlichen Bodenformationen, der Ausrichtung zur Sonne, der Nähe zum Wald oder der Windexposition. Berge sind inhomogen. Das macht es so spannend, diese Lagen im Wein auszudrücken.“ Es sind die klingenden Spitzenlagen wie das Loibner Steinertal, der Loibenberg, der Dürnsteiner Liebenberg und der Dürnsteiner Kellerberg. Anfangs in den ebenen Lagen erprobt, werden seit 2018 alle Weingärten biologisch bewirtschaftet – seit 2023 ist die Zertifizierung abgeschlossen.

 

In den Weingärten wachsen zu gleichen Teilen Grüner Veltliner und Riesling.Beide Rebsorten stehen für Herkunft und tragen das Terroir. Gerade der Riesling bringt das große Potential mit. „Die USP der Wachau ist der Riesling. Wir finden hier Voraussetzungen, die es in Österreich sonst kaum gibt.“ Die Donau liefert den wörtlich größten Einfuss. Der Fluss zieht die Luft vom Waldviertel mit sich und sorgt dadurch für Abkühlung. Die Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht verzögert die Reife und ist enorm wichtig für die Aroma-Ausprägung – den Fußabdruck des Terroirs. Ein großer Vorteil in den immer wärmer werdenden Zeiten. „Reife Trauben zu ernten ist kein Kunststück mehr. Es wird eher zu heiß und zu trocken. Einen Smaragd-Wein kann man in fast jeden Jahr und in jeder Lage machen. Hohe Reife und Alkohol sagen nichts über die Qualität und die Herkunft des Weines aus.“ Das war einer der Gründe, warum sich das Weingut F.X. Pichler gegen den Verbleib in der Vinea-Wachau und für den Einstieg in das DAC-System – das die Herkunft der Weine und nicht deren Reife in den Fokus rückt – entschieden hat. „Die Vinea-Wachau war wichtig für die Wachau. Die Kategorien hatten zu ihrer Zeit Bedeutung, aber der Codex ist zu starr. Die Natur und der Markt haben sich verändert.“

 

Sobald im Weingarten die physiologische Reife erreicht ist, werden die Trauben in den Keller gebracht. „Im Unterschied zu früher sind wir fast die Ersten, die ernten. Statt sechs bis acht Wochen, dauert die Ernte heute kaum länger als vier Wochen. “ Die natürliche Säure ist wichtig, der Erntezeitpunkt elementar. „Wir ernten früher, wir ernten hundert Prozent gesundes Material und wir verlängern die Maischestandzeit.“ Im Keller wird die Einzigartigkeit der Lage, aus denen der Weine stammt, bewahrt. Alle Lagenweine werden gleich vinifiziert. „Auf eine Lage speziell einzugehen, würde die Herkunft verfälschen. Unser Zugang zum Weinmachen, unser „Stil“ der Weine soll sich wie ein roter Faden durch unser Portfolio ziehen.“

Den Unterschied soll immer nur die Lage und der Jahrgang machen.

 

„Wir machen keine monumentalen Weine mehr. Wir wollen Weine machen, die das Terroir spiegeln und die Sorte zeigen. Der Stil ist leichter, eleganter, puristischer und fokussierter als früher.“ Der Anspruch ist gleich groß geblieben, aber die Zeiten haben sich verändert. Womöglich entstehen in ihnen noch ehrlichere Weine. „Wenn ich bei uns im Verkostungsraum im ersten Stockwerk sitze und auf unsere Terrassen-Landschaft schaue, dann erblicke ich unterschiedliche Berge. Mein Anspruch ist es, dass sich die Besonderheiten, die ich sehen kann, auch in unseren Weinen finden lassen.“

  • Größe: 20 ha
  • Wichtigste Rebsorten: Riesling & Grüner Veltliner
  • Zertifizierungen: vegan, Nachhaltig-Austria, EU-BIO
  • Wichtigste Lagen: Ried Klostersatz, Ried Burgstall, Ried Steinertal, Ried Loibenberg, Ried Kellerberg
  • Arbeit im Weingarten: nachhaltig, biologisch-organischer Pflanzenschutz, ausschließlich eigene Kompostherstellung, Einsaat von Begrünung, 100 % Handlese, 40 % Terrassenlagen, der Rest in der Ebene des Loibner Beckens
  • Arbeit im Keller: Trauben werden gerebelt oder gequetscht, optisch sortiert, Maischestandzeit, alle Weine vergoren im Stahltank, die Riedenweine von den Terrassenlagen werden im großen Holzfass auf der Feinhefe ausgebaut
  • Fässer: große Holzfässer aus österreichischer Eiche, bis zu 80 Jahre alt
  • Exportanteil: 60 %
  • Händler: Döllerer, Morandell, Del Fabro, Wein Wolf, Wein Wagner, Wein & Co, Kate & Kon, Lobenberg (DE)

Weinbesprechung  Lucas Pichler
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
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