Nikolaus Moser

Weingut: Moser Ort: Niederösterreich

Wie machen die Mosers das bloß? Sie wissen wohl einfach was sie tun! Sie spüren, sie vertrauen und sie treffen Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Das gilt für die Arbeit im Weingarten, wenn man erkennt, dass die eigene Intuition manchmal doch wichtiger als der Mondkalender ist, das gilt aber auch im Keller. Wenn man etwa die Weine während der Gärung nicht analysiert, sondern sie täglich kostet und ihnen und sich selbst vertraut. Rezept gibt es ohnehin keines und so wird auch gerne experimentiert:
Neben stets lebendigen Weißweinen – vorwiegend Grüner Veltliner – aus den famosen Lagen Gebling und Schnabel im Kremstal und strukturierten Rotweinen – vorwiegend Zweigelt – aus Hollabern und Hedwighof vom Neusiedlersee, entstehen auch Weine wie Astral, Minimal, Diagonal und Fundamental, die ganz ohne Schwefelzusatz auskommen.

Apropos Experiment.

Neben den vielen Regenwürmern trifft man neuerdings wieder vermehrt Pferde, Hühner, Schafe und andere Tiere in den Weingärten des Weingut Sepp Moser an. Im Sinne des natürlichen Kreislaufes ist übrigens auch die Wildkräuter-Teebereitung und -Ausbringung im Weingarten ein wesentlicher Aspekt zur Stärkung der Reben.

Aber das mit der Tea-Time ist vermutlich gar nicht so neu für die Mosers. Sie waren ja immer schon irgendwie ziemlich bio-dynastisch.

 

  • Größe: 51 ha (24 ha Rohrendorf/Kremstal; 27 ha Apetlon/Neusiedlersee)
  • Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner und Zweigelt
  • Zertifizierung: Demeter seit 2009
  • Wichtigste Lagen:
    – Rohrendorf: Gebling, Schnabel, Breiter Rain, Gänstreiberin
    – Apetlon: Fuchsloch, Hedwighof, Hollabern 
  • Böden:
    – Kremstal: Tiefgründige Löss- und Kalkreicher Konglomerat-Verwitterungsböden
    – Neusiedlersee: Humoser Schwarzerdeboden, teilweise mit Schotter durchzogen
  • Arbeit im Weingarten: Nach bio-dynamischen Richtlinien, aber mit viel eigener Wahrnehmung. Viele kleine Impulse: eigene Tees, Komposttee bei der Bodenbearbeitung, sanfter Rebschnitt, etc.; teilweise mit Pferden, auch Hühner und Schafe leben im Weingarten 
  • Arbeit im Keller:  Den strengen Demeter-Richtlinien folgend: Üblicherweise rebeln, teilweise maischen, pressen, Sedimentierung über Nacht, abziehen; Gärung im großen Holz, Lagerung auf der Vollhefe (ggf. BSA), umziehen, schwefeln; keine Enzyme, manchmal werden Bentonit und Schwefel in geringen Dosen zugesetzt 
  • Fässer: Gebrauchte Barriques aus Bordeaux (für Rotweine und Minimal/Diagonal-Weine); großes Holz und Stahltank (für Weißweine) 
  • Exportanteil: 65 %
  • Händler: Wagner, Döllerer, Gottardi, Pfanner, Schenkenfelder, Linzgieseder, Del Fabro Kolarik, Hirt
Weinbesprechung  Nikolaus Moser
  • Kein klassischer Aperitif-Sekt. Dieser Wein hat Ruhe, Reife und Rückgrat. In einem großen Glas ist dieser Sekt ein perfekter Begleiter über ein ganzes Menü.

    Blanc de Blancs Brut Nature
    2018

  • Ein Löss-Veltliner wie er im Buche steht: feingliedrig mit einer eleganten Frucht gepaart mit wunderbarer Textur.

    Grüner Veltliner Ried Schnabel 1 ÖTW
    2019

  • Eleganz pur! Nie laut, nie aufdringlich. Dafür steht das Weingut und auch der Wein. Ein Riesling so attraktiv wie spannend.

    Riesling Ried Gebling 1ÖTW
    2019

  • Sauvignon Blanc aus dem Kremstal gilt als Rarität. Eigenständig, wild und ein Stil, der dem typischen Sauvignon-Trinker Rätsel aufgibt. Schöne vegetable Anklängen.

    Diagonal Sauvignon Blanc
    2018

  • Ein Zweigelt mit Ecken und Kanten, der zeigt, dass diese Rebsorte auch anspruchsvoll sein kann. Seidiges Tannin, kraftvoll und elegant zugleich.

    Zweigelt Reserve
    2018

  • Eine Diva! Filigran mit einer reifen Aromatik. Der zarte Gerbstoff und die Feinheit bringen diesen Wein auf ein hohes Niveau.

    Pinot Noir
    2017

Beiträge  Nikolaus Moser