Wenn Edi Tropper über seine Weine spricht, klingt das nicht nach Marketing‑Sprech, sondern nach echter Leidenschaft. „Grauburgunder Buchberg – das ist mein Flaggschiff“, sagt er. Nicht laut, nicht protzig, sondern mit ehrlichem Stolz eines Menschen, der weiß, wie viel Arbeit, Wissen und Bauchgefühl in jedem Tropfen steckt.
Der Südoststeirer aus Straden war ursprünglich Milchbauer, pflanzte Weingärten aus und arbeitete bei Winzern – Autodidakt par excellence. 2012 dann der erste eigene Wein im Keller. Seither wächst hier, im sanft‑hügeligen Stradener Weinidyll, ein Weingut, das so ganz anders ist.
Was es besonders macht? Ganz klar: Burgunder mit Tiefgang. Grauburgunder, Weißburgunder, Morillon wurzeln auf rund 7 ha in historischen Rieden, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Kalkreiche Böden sorgen für Kraft und Charakter. Pinot Noir – obwohl ein Exot – fühlt sich hier pudelwohl, der „Mutter der Burgunder“ verpflichtet.
Bio ist für Edi kein Trend, sondern Überzeugung. „Die Natur so belassen, dass man mit ihr arbeitet und nicht gegen sie“, sagt er. Das heißt in der Praxis: eigene Holzkohle, Terra‑Preta‑Anbau, Zebu‑Rinder düngen statt mähen – ein Kreislauf, der den Boden lebendig hält.
Wer hier ankommt, wird mit offenen Armen empfangen. Ein Ort, der atmet – Natur, Geschichte, Persönlichkeit. Edi denkt nicht in Jahrgängen, sondern in Jahrzehnten. Sein Wein soll nach Herkunft und Haltung schmecken – „ein Wein, den jeder versteht“.
- Rebfläche: 7 ha
- Wichtigste Rebsorten: Weißburgunder, Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Morillon, Muskat-Sorten, PIWI-Sorten, Welschriesling
- Zertifizierung: organisch‑biologisch (Bio Austria, “Weltretter”)
- Wichtigste Lagen: Ried Buchberg (kalkhaltiger Boden)
- Arbeit im Weingarten: minimaler Eingriff, Terra Preta mit Holzkohle, Viti‑Forst, Kräutertee & Fermente, Zebu‑Rinder‑Beweidung, Handlese
- Arbeit im Keller: gezieltes Nichtstun – Hefelager bis zur Füllung, keine Schönung, reduzierter Schwefel
- Fässer: Edelstahltank für fruchtige Weine, Holzfass (300–1500 l) für Ortsweine, Maischevergärung im Bottich
- Exportanteil: noch sehr gering (Ausbau geplant)
- Händler: keine – Vermarktung hauptsächlich ab Hof