Nordexposition, späte Lese und moderater Alkohol: Georg Frischengruber zeigt, wie die Zukunft des Wachauer Grünen Veltliners schmecken kann.
Georg Frischengruber hat eine Obsession: die Ried Kreuzberg. 2015 riss er sie, wenn man so will, aus dem Dornröschenschlaf – und zehn Jahre später kann man mit Fug und Recht behaupten: Sie steht sinnbildlich für die neue, zeitgemäße Wachau. „Kreuzberg ist eine Nordlage, das bedeutet: Noch vor Jahrzehnten hätte sie wahrscheinlich nichts Vergleichbares hervorgebracht, weil es hier einfach zu kühl gewesen wäre. Aber was man jetzt aus ihr machen kann, ist einfach faszinierend“, schwärmt Georg.
2014 übernahm er das Weingut offiziell von seinem Vater Heinz, nachdem er sich bereits zuvor Schritt für Schritt im Betrieb etabliert und die Weinbauschule Klosterneuburg absolviert hatte. Mit der Übernahme veränderte sich vieles – und zugleich erstaunlich wenig. „Mein Vater hat immer schon frischere Weine gemacht, auch wenn das eine Zeit lang in der Wachau überhaupt nicht angesagt war.“ Die Rebsortenvielfalt wurde reduziert und konsequent auf Grüner Veltliner und Riesling fokussiert, gleichzeitig wuchs die Rebfläche von rund sechs auf heute 13,5 Hektar. Mittlerweile werden sämtliche Weingärten biologisch bewirtschaftet.
2014 entstand außerdem Georg Frischengrubers eigene Linie „Meine Welt“ – spontan vergorene Rieslinge, die eineinhalb Jahre in 300- und 500-Liter-Eichenfässern reifen. Dennoch steht die Ried Kreuzberg heute im Mittelpunkt seines Schaffens. Durch ihre kühle Nordlage erfolgt die Lese häufig erst Ende Oktober, dennoch bleiben die Weine mit rund 13 Prozent Alkohol bemerkenswert schlank. „Neben den Granit- und Gneisböden hat die Lage auch etwas Kalk“, erklärt Georg. „Dadurch entsteht eine salzige und mineralische Note mit einem Hauch von Pfeffer. Genau diese Kombination macht’s schlussendlich aus.“
- Größe: 13,5 ha Rebfläche
- Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner (70 %) und Riesling (30 %)
- Zertifizierungen: Bio
- Wichtigste Lagen: Kreuzberg und Goldberg.
- Arbeit im Weingarten: Klassische, biologische Bewirtschaftung mit konsequenter Handarbeit. Laubarbeiten und Handlese erfolgen ausschließlich von Hand, die Unterstockbearbeitung wird dreimal jährlich mechanisch durchgeführt.
- Arbeit im Keller: Maischestandzeiten von rund 6 bis 10 Stunden bei Grünen Veltliner Smaragden und bis zu 30 Stunden bei Riesling. Spontangärung in Holz und Edelstahl, anschließender Ausbau auf der Vollhefe bis Juni oder Juli. Die Abfüllung erfolgt im September.
- Fässer: Rund 80 % Edelstahltanks sowie 300-, 500- und 1.500-Liter-Holzfässer unterschiedlichen Alters.
- Exportanteil: Rund 35 %
- Händler: Österreich: Transgourmet, Del Fabro, Zillertaler, Wille, Delivino, Spar, Zwettler, Noitz, Fohringer, Kastner und Eurogast. Deutschland: unter anderem Alpina.