Wenn Karl Fritsch an seine Anfänge zurückdenkt, muss der Wagramer Winzer schmunzeln. Sein Vater, so erzählt er, habe ihn in jungen Jahren vor die Entscheidung gestellt, zwischen Ackerbau, Viehhaltung und Weinbau zu wählen. Als er 1985 die Weinbauschule in Krems abschließt, steckt die Branche gerade inmitten des Weinskandals. Ein ernüchternder Start für den jungen Weinbauern, der vor Enthusiasmus und Energie nur so sprühte. Zwei Jahre später bringt er mit „Windspiel“ seinen ersten Wein mit damals undenkbaren 10,5 % vol. Alkohol in die Flasche.
Verschiedene Lebensumstände führen dazu, dass Karl Fritsch sein Dasein als Winzer mit den Jahren grundlegend hinterfragt. 2006 wird er Gründungsmitglied von respekt-BIODYN. Die Kunst des Weinmachens liegt für ihn heute darin, die Trauben bis zu ihrer physiologischen Reife lediglich zu begleiten und ihnen dafür ausreichend Zeit einzuräumen. Damit jede Sorte ihr eigenes, herkunftstypisches Geschmacksprofil zeigen kann.