Philipp Grassl

Weingut: Philipp Grassl Ort: Niederösterreich

An einem ganz unaufgeregten Ort in einer unaufgeregten Gegend. Dort liegt das Weingut von Philipp Grassl. Göttlesbrunn im Niederösterreichischen Carnuntum ist durch und durch vom Weinbau und seiner Tradition geprägt. Und das Weingut Grassl ist schon eine Zeit lang hier. In dritter Generation wird im Team des „mittelgroßen Familienbetriebs“ auf 30 Hektar biologischer Weinbau betrieben.

 

Die Weingärten stehen in den namhaften Rieden Bärnreiser und Schüttenberg. „Lage ist alles. Reif wird der Wein irgendwann überall.“ Von einer ersten Lage – das Weingut Grassl ist Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter – will der Winzer dennoch erst dann sprechen, wenn die Rebstöcke mehr als 25 Jahre am Buckel haben. „Ich kann erst über Lage reden, wenn die Pflanze dort tief verwurzelt ist.“ In 70 Prozent der Weingärten wächst Rotes. „Rotwein auf hohem Niveau geben unsere Lagen einfach her.“ Konkret sind das im Weingut Grassl die autochthonen Sorten Blauer Zweigelt, Blaufränkisch und Sankt Laurent. Für die weißen Sorten – in erster Linie Chardonnay – dienen die kühleren Lagen in Höflein. „Früher wollte die niemand haben. Jetzt sind es die besten Weißwein-Orte. Nordseitig. Für Burgundersorten ein Traum.“

Biologisch zertifiziert ist das Weingut seit 2022. Im Weingarten wird mit eigener Kompostwirtschaft, Begrünungsmanagement und biodynamischen Präparaten gearbeitet. „Wir sind in erster Linie viel und gerne draußen im Weingarten. Das ist unser natürliches Habitat. Dort unterstützen wir den Wein akribisch.“

 

Am Weg in den Weinkeller wird es leise. Der Stil ist ein Mash-up aus Tradition und Zeitgeist. Low Intervention, Gärung mit natürlichen Hefen, keine Zusätze, keine Schönungen, Filtration nur wenn nötig. „Wir lassen den Wein in Ruhe.“ Das zeigt sich auch am Einsatz von neutralen Holzfässern, die kein Toasting abgeben, sondern in erster Linie der Mikrooxygenierung dienen. Die wärmeren Temperaturen der letzten Jahre führen dazu, dass die Trauben schon sehr reif in den Keller kommen. „Wir wollen nicht in die Extrareife gehen, daher arbeiten wir wieder mit größeren Fässern, wie das schon mein Großvater getan hat.“

 

Wenn man Philipp Grassl nach seinem Stil fragt, wird er nachdenklich und klar: „Ich will den Platz, an dem die Rebe wächst in handwerklicher Tradition in die Flasche bringen. Meine Weine sollen reifen können. Ich habe eine grundsätzliche Überzeugung: was den besseren Wein vom guten unterscheidet ist, dass er reifen kann.“

  • Größe: 30 Hektar
  • Wichtigste Rebsorten: Zweigelt, Blaufränkisch, Sylvaner, Chardonnay
  • Zertifizierungen: Bio; biodynamische Präparate seit 2019 (ohne Zertifizierung)
  • Wichtigste Lagen: Bärnreiser, Schüttenberg
  • Arbeit im Weingarten: bio + biodynamische Präparate, eigene Kompostwirtschaft, Begrünungsmanagement
  • Arbeit im Keller: Low Intervention, Gärung mit natürlichen Hefen, keine Zusätze, Schönungen, Filtration, nur wenn nötig, geringe SO2 Dosagen
  • Fässer: von klein bis groß
  • Exportanteil: 35%
  • Händler: Döllerer, Wagner, Morandell, Wein&Co, Meraner, Pfanner, Weinturm, Sussitz

Weinbesprechung  Philipp Grassl
Dem Winzer sind keine Weine zugeordnet
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