Tamara Kögl-Rettenbacher

Weingut: Kögl Ort: Steiermark

„Der Weg ist das Ziel“ mag noch so banal und abgedroschen klingen, doch für Tamara Kögl-Rettenbacher ist an dem Sprichwort viel Wahres dran. Sich von einem Ziel zum nächsten zu hangeln, mache auf Dauer nicht glücklich. Wichtiger sei es, sich zu entwickeln und dazu zu lernen anstatt starr vor sich hinzuarbeiten, in der Hoffnung, endlich anzukommen.

 

Seit die Winzerin den elterlichen Betrieb in Ratsch an der südsteirischen Weinstraße übernommen hat, hat sich viel verändert. 2013 kam die Umstellung auf Bio, 2016 die Zertifizierung. Seit 2020 bewirtschaftet sie ihre Weingärten biodynamisch. Auch das sei nicht von heute auf morgen passiert. „Ich habe mich im Laufe meines Lebens viel mit anthroposophischen Themen auseinandergesetzt und hinterfragt, was da im Leben sonst noch so mitspielt. Wenn man von den großen Auswirkungen der Biodynamie auf die Landwirtschaft hört, dann beeindruckt das und man beginnt zu überlegen, wie man das auf den eigenen Betrieb übertragen kann.“

Steillagen

Im Weingarten und -keller agiert Kögl-Rettenbacher anlassbezogen, wie sie es nennt. Die Natur gehe vor, aber man müsse die Arbeit auch bewältigen können. „Es macht keinen Sinn, idealistischen Vorstellungen hinterherzulaufen. Lieber arbeite ich dem Jahrgang und den Möglichkeiten angepasst. Das heißt, wenn es etwas gibt, dass mich arbeitstechnisch rausreißt, damit ich privat und wirtschaftlich nicht draufzahle, dann will ich das auch nutzen. Weine entstehen bei mir nicht nach Rezept, sondern gemäß den Anforderungen.“ 

 

Arbeitstechnisch eine Erleichterung braucht es aufgrund der Steillagen, in denen die Weine kultiviert werden, zum Beispiel beim Thema Pflanzenschutz. Aus diesem Grund hat Kögl-Rettenbachers Mann Robert das Start-up Greenhive gegründet und selbstfahrende Spritzgeräte entwickelt. Aktuell werden bereits fünfzehn Geräte getestet. „Viel wichtiger als die Frage, wie wir zukünftig mit dem Klimawandel umgehen werden ist jene, wie wir den Pflanzenschutz bewerkstelligen können, ohne dass es für Leib oder Leben gefährlich ist. Wir haben in unserer Region viel Niederschlag und müssen teils bei suboptimalen Verhältnissen in den Weingarten. Entsprechend dem Konzept der Natur sind Greenhive Geräte kleine, leichte Helfer, die den Boden kaum belasten und uns helfen, unseren Pflanzenschutz zeitgerecht zu erledigen.“

  • Größe: 10 Hektar – 100 % Eigenproduktion
  • Zertifizierung: Seit 2016 Bio-Zertifiziert, in Umstellung zu Demeter
  • Wichtigste Lagen: Ried Stermetzberg, Ried Eckberg
  • Arbeit im Weingarten: Biodynamische Bewirtschaftung, selektive Handlese, sanfter Rebschnitt, Förderung der Biodiversität.
  • Arbeiten im Keller: Spontanvergärung, langer Hefekontakt: Ortsweine mindestens ein Jahr außer Muskateller, Riedenweine mindestens 2 Jahre; so viel Schwefel wie nötig; Versuchen uns an Interzellularer Vergärung bei Grüner Sylvaner, Muskat Ottonell und Sauvignon Blanc, Beschäftigen uns intensiv mit Pet Nat.
  • Fässer: Stahl, 500 Liter und 1000 Liter in Eiche
  • Exportanteil: 5 %
  • Händler: USA – Weygandt-Metzler
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