Herbert Zillinger

Weingut: Zillinger Ort: Niederösterreich

Zillingers Weine haben klingende Namen und inspirieren. Mit ihnen betritt man Neuland, erweitert den eigenen Horizont; man besinnt sich aber auch auf den Ursprung – Radikal, Elementar, Profund. Im Grunde geht es immer um das große Ganze: Den Erdkreis, den Boden, den Herbert Zillinger wie kaum ein anderer Winzer kompromisslos in die Flasche bringt. Der Boden, das ist sandiger Lehm und karger Sandstein in Ollersdorf, auf dem auch sein Kalkvogel wächst. Am Beginn zurückhaltend, engmaschig und straff, nimmt er auf langer Distanz Zug auf. Ein typischer Langstreckenläufer eben.

Der Boden, das ist aber auch tiefgründiger Löss im kühleren Ebenthal, wo zum Beispiel sein Hirschenreyn herkommt, der trotz Reife lebendig, frisch und pikant bleibt. Meist wächst auf diesen Böden Grüner Veltliner, der in Zillingers Flaschen auf vielfältige Art und Weise zeigen darf, was er kann.

Terroirgedanke

Obwohl Herbert Zillinger beispiellos Terroir im Glas widerspiegelt, hat er sich von der Lagenbezeichnung nach Qualitätsweinrichtlinien verabschiedet. Man geht lieber zurück zu den Wurzeln. Ohne Kompromisse. Ohne hinzufügen, ohne wegnehmen. Man muss sich nämlich nicht verbiegen, man muss nicht streben. Denn so kann man ganz bei sich selbst bleiben.

Man ist eben angekommen.

 

  • Größe: ca. 16 ha
  • Wichtigste Rebsorten: Grüner Veltliner 
  • Zertifizierung: seit 2015 organisch-biologisch; seit 2017 bio-dyn (Respekt)
  • Wichtigste Lagen:
    – Ollersdorf: Vogelsang
    – Ebenthal: Weintal, Hohes Eck
    werden aber nicht unter diesen Namen verkauft
  • Wichtigste Böden:
    – Ollersdorf: landiger Lehm/Löss mit kargen Sandsteininseln
    – Ebenthal: tiefgründige Lössböden
  • Arbeit im Weingarten: Es wird großer Wert auf Balance, sowohl im Boden als auch in der Pflanze gelegt, um später möglichst wenig eingreifen zu müssen. Ziel sind langfristiger Wachstumsrückgang und frühe Einstellung der Vegetation (wie z.B. weniger Laubproduktion, kleinere Blätter, lockere Trauben) durch einen vitalen, gesunden Boden
  • Arbeit im Keller: Nach Lese über Förderband ohne Pumpen in die Presse gebracht, Ganztraubenpressung, teilweise Maischestandzeit und Maischegärung; sehr trübe Vergärung in Stahl, Holz oder Beton; 100 % BSA;  auf der Vollhefe, ohne Battonage und im idealfall ohne Pumpen bis zur Abfüllung gelagert; leichte Schwefelung meist erst vor der Abfüllung; unfiltriert
  • Fässer: im Moment vorwiegend Stahl und großes Holz, zukünftig auch mehr Beton 
  • Exportanteil: 80 % 
  • Händler: Weinskandal, Wagner, Transgourmet, WeinWolf, Kellervinothek Dafner, Sussitz, Weinturm, Würbel, ReinerWein
  • Glas: Zalto Burgund (Erdreis und Edition Z), Bordeaux (Neuland und Horizont)
Weinbesprechung  Herbert Zillinger
  • Was für eine Bombe zu hellem Fleisch mit viel Fett! Sehr lebendig am Gaumen mit griffigem Gerbstoff. Nussig mit reifer Vanille und Orangenschalen.

    Radikal Grüner Veltliner
    2017

  • Geiler Stoff, aber nichts für Anfänger. Quitte und Birnenkompott, reife Töne gepaart mit kühler, knackiger Frische am Gaumen. Perfekt zu Saucen.

    Horizont Chardonnay
    2020

  • Gehobener Wein voller Charakter und doch leichtfüßig und lebendig durch seine wunderbare Säure. Sehr präzise am Gaumen. Ein Meisterwerk.

    Profund Traminer
    2017

  • Sortentypische Aromatik, die den Löss perfekt widerspiegelt. Schöne Frucht und elegantes Säurespiel. Klassisch und doch herausstechend.

    Horizont Grüner Veltliner
    2020

  • Leicht moussierend am Gaumen, das sorgt für Trinkfluss. Reifes Steinobst und feine Reduktion. Braucht Luft oder noch besser Zeit zum Lagern.

    Kalkvogel Grüner Veltliner
    2019

  • Knackig am Gaumen mit frischer Frucht: Exotische Mango, Litschi und Orangenschalen. Sehr trinkanimierend. Ein klarer, frischer Wein zum Austrinken.

    Neuland Grüner Veltliner
    2020

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