Zu Besuch beim besten Winzer Japans

Erfolg mit Pinot: Das ist der beste Winzer Japans

KALK&KEGEL hat ihn besucht! Weit oben, im Norden Japans zeigt eine kleine Gemeinde gerade kräftig auf. Mit Weinen, die am Weltmarkt (noch) kaum wahrgenommen werden. In Japan haben aber sie zum Teil Kultstatus. Wie die Pinots und Zweigelts von Takahiko Soga.

Richtig gelesen. Zweigelt. Und dabei bleibt es nicht. In den Weingärten in und um Yoichi wachsen Blaufränkisch, Müller-Thurgau, Bronner und sogar Riesling und Grüner Veltliner. Aber eben auch Pinot. Yoichi liegt an (oder besser nahe) der Westküste Hokkaidos. Das wiederum ist die nördlichste Insel Japans. Hokkaido ist groß, hat eine Menge Landwirtschaft und Schnee. Verdammt viel Schnee. Winterspiele in Sapporo und so. Die Winzer von Yoichi nutzen den Schnee. Die Rebstöcke werden so niedrig gezogen, dass sie im Winter fast komplett vom Schnee bedeckt sind.

Die Winzer von Yoichi nutzen den Schnee. Die Rebstöcke werden so niedrig gezogen, dass sie im Winter fast komplett vom Schnee bedeckt sind. Redaktion

Und so effektiv gegen Frost geschützt sind. Die Wahl österreichischer und deutscher Rebsorten hat auch mit der Temperatur zu tun. Ihnen wurde eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen Kälte nachgesagt. Also kamen in den 70er Jahren Zweigelt-, Blaufränkisch- und andere Rebstöcke ins Land des Lächelns. Mit den steigenden Temperaturen der letzten Jahrzehnte änderte sich das Bild. Damit kamen auch Sauvignon Blanc, Chardonnay und Merlot ins Land. Aber letztlich ist es der Pinot Noir, der hier allen die Show stiehlt.

Takahiko Soga. Der Name ist ein Machtwort. Vielen gilt Takahiko als bester Winzer Japans. Redaktion

Yoichi ist eine kleine Gemeinde in Küstennähe. Der Boden ist vulkanisch,  Hier werden Äpfel angebaut und im Zentrum hat Nikka eine ihrer beiden großen Whisky-Destillerien. Die erste Station ist die Domaine Takahiko von Takahiko Soga. Der Name ist ein Machtwort. Vielen gilt Takahiko als bester Winzer Japans. Seine Pinots sind kaum zu bekommende Raritäten. Aus ganz Japan kommen WeinliebhaberInnen nach Yoichi, um Takahiko bei der Ernte zu helfen. In der Hoffnung, die eine oder andere Flasche zu ergattern. Meistens ohne Erfolg. Seinen Weinen ist eine ganz eigene Geschmacksnote gemeinsam. Fast Umami, das Takahiko der besonderen Zusammensetzung seines Bodens zuschreibt.

Einer seiner interessantesten Weine ist der Nana-Tsu-Mori blanc de noir. Redaktion

Auf seinen knapp 5 Hektar wird fast ausschließlich Pinot Noir angebaut. Ein wenig Zweigelt, den er für eine spezielle Cuvée verwendet und ein paar andere Sorten. Einer seiner interessantesten Weine ist der Nana-Tsu-Mori blanc de noir. Ein Wein, bei dem auch Botrytis keine unwesentliche Rolle spielt. Schwefel setzt der Winzer nur im äußersten Notfall ein, vergoren wird in kubischen Plastiktanks. Kein großes Investment, kein ausgefallene Architektur. Just wine.

Atsushi Suzuki ist ein eigenwilliger Kauz, der seine Weine in offenen Tanks vergärt, die nur mit Plastikfolie abgedeckt sind. Redaktion

Ein paar Häuser weiter ist die Domaine Atsushi Suzuki. Es ist der Betrieb eines früheren Mitarbeiters von Takahiro. In seinen Weingärten wachsen Rebsorten wie Gamay, Savagnin oder Kerner. Und eben auch Pinot Noir. Atsushi Suzuki ist ein eigenwilliger Kauz, der seine Weine in offenen Tanks vergärt, die nur mit Plastikfolie abgedeckt sind. Sein Pinot ist anders als der von Takahiro. Kühler, mineralischer. Vielleicht ein wenig schroffer. Aber eine Schönheit. Und letztlich genauso gefragt und schwer zu bekommen wie die Weine seines alten Chefs.

http://www.takahiko.co.jp/
http://atsushi-suzuki.jp/

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